So. Hm. Hunde sind auch nicht anders als Dosenöffner, darüber denke ich gerade nach. Aber eines nach dem anderen ..
Wieder mal Sonntag! Sonntag bedeutet Ausruhen, irgendwo im Park rumsitzen, äh ich meine natürlich „sie“ nicht ich, weil ich im Park niemals rumsitze, außer ich werde dazu gezwungen. Dazu gezwungen werde ich, wenn a) unverträgliche, streitsüchtige Hunde heran traben oder b) wenn ich zuviel rumgerast bin, wobei dies natürlich ihre Meinung ist und damit keine allgemein gültige oder eine die ich teilen würde. Ich kann immer rumrasen, auch bei Hitze .. oder so… c) ist dann Hitze.
Hier ist es heiß. Sehr heiß. Also ging’s heute Morgen superfrüh in den Park, so früh dass ich noch nicht mal mein Frühstück in Ruhe genießen konnte. Ich ließ es stehen .. das macht sie dann misstrauisch. „Oh Gott, er hat was“ kennen wir ja schon. Ich hab nichts, bloß keine Lust auf Frühstück! Ich denke, zum Sonntag gehört normalerweise ein gemütlicher Brunch so gegen zwei Uhr oder so...
Nix los im Park, lag wohl daran dass es Sonntag ist, heiß und sehr früh. So ein paar Jogger die erst mal um den Park rum rasen, so ähnlich wie ich aber nicht so elegant, dann komische Verrenkungen machen und die Welt, also mich, nicht zur Kenntnis nehmen. Laaaaangweiliiiig! Gott sei Dank joggt sie nicht! *das fehlt noch*.
Also schnupperte ich mich lustlos durch die Nachrichten von gestern, auch nichts was mich vom Sockel riss! Nachrichten von gestern sind Nachrichten von gestern, also unwichtig. Außerdem hatte die Hitze sie ausgetrocknet, meine Zeitung – der Park – lag im gleißenden Sonnenschein und die Gräser und Büsche waren trocken. Keine einzelne Nachricht roch wirklich interessant!
Dann hatte sie auch noch die Kackatüten vergessen, tztzt .. Es hieß schon auf dem Weg in den Park, bitte beherrsche dich! Im Park ist es ok, aber bitte, bitte nicht auf der Hauptstraße … tja, kann ich was für Vergesslichkeit und morgendliche Desorganisation? Wenigstens hatte sie die Leckerli dabei, wer braucht da Kackatüten? Also habe ich mich beherrscht und das notwendige Geschäft an einer versteckten Ecke im Park, ganz unten wo die S-Bahn fährt, gemacht. Ausnahmsweise ..
Es trabte der kleine Cocker heran, mit dem ich nicht mehr spielen darf. Sozusagen off limits, naja. Seine Dosenöffnerin hatte mal eine Bemerkung über meine Linie und doofe Möpse gemacht, seither ist „sie“ beleidigt. War ja auch nicht nett und daher boykottieren wir sie.
Seufz, dachte ich, wann ist meine Tiffy wieder „pässlich“? Ich vermisse sie schrecklich. Mit ihr kann ich wenigstens spielen, rumrasen, Spaß haben .. oder einfach so im kühlen Gras liegen. Mein vereinsamtes Mopsherz blutet...
Also hüpfte ich recht lustlos auf der Wiese herum, gezwungenermaßen alleine und holte mir ab und zu ein Leckerli ab. Ich machte sogar „Sitz“, freiwillig, dann gibt’s sowieso immer ein Leckerli. Wir liefen im Schatten unseren üblichen Weg, dann kam diese wahnsinnig kleine Hündin, so eine wie diese Paris H. immer in einer Tasche rumschleppt. Sie hat Angst vor mir. Nicht Paris, die kenne ich ja noch nicht, diese kleine Hündin. Schade, denn ich bin immer sehr lieb zu ihr. Also Flexileine, äääätzend! Und die Sonne schien ..und schien!
Wir saßen unter einem kühlen hohen Baum und ich ließ mich knuddeln, sehr angenehm. Sie meinte, zum Rumrasen sei es zu heiß – na, gut. Wo sie Recht hat, hat sie Recht. Und nach einer Stunde ging’s nach Hause. Frühstücken oder Brunchen .. was auch immer.
Auf dem Weg nach Hause sahen wir von weitem diesen japanischen Wuffi, ich mag ihn nicht und er mag mich noch viel weniger. Ich raste normalerweise aus wenn er daher trabt, immer so wuschelig und so und er versucht eben immer „süß“ auszusehen, in allen Lebenslagen. Ein richtiger Streit mit ihm wäre mir lieber! Fronten klären .. er spielte doch tatsächlich mit einem weiteren Erzfeind, einem kleinen weißen Westi und die zwei verstanden sich prima - wo sie doch beide so streitsüchtig sind? Meine Feinde! Wir sahen uns das Treiben von einer Bank aus an, dann kam die Flexileine wieder ins Spiel *sicher ist sicher*. Wir mussten ja nun an den beiden Erzfeinden vorbei oder aber noch viel länger im heißen Park bleiben.
Ich dachte mir Sonntag, lieb sein, nicht bellen oder knurren. Der doofe japanische Wuffi raste auf mich zu und hatte nicht solche friedlichen Gedanken, aber er bemühte sich mal wieder total „süß“ auszusehen, das nervt!
Und schon kam seine Dosenöffnerin und fing ihn ein. Sie sagte etwas, was mich echt zum Nachdenken brachte: „Die Beiden können eben nicht miteinander!“ Stimmt, sagte meine Mama – und sie haben alles Recht der Welt dazu! Richtig so.
Ob Hund, ob Dosenöffner – wir müssen nicht alle lieben! Da hatte „sie“ mal wieder Recht! Im meinem Leben gibt es Hunde, die ich einfach nicht mag. Sie haben mir niemals was getan und doch ist es so. Und manche mögen mich nicht, schwer vorstellbar aber wahr. Es sind nicht viele – aber es gibt sie. Und die anderen, meine geliebten, vertrauten Mopsfreunde und auch die Gassikumpels, die machen aber tausendmal wett dass ich nicht alle mag. Oder sie mich.
Es ist ein großes Glück, liebe verlässliche Freunde zu haben!
Mops muss sich auch nicht verbiegen, sondern sollte authentisch bleiben. Menschen wie die Dosenöffnerin des kleinen Cockers, die muss man auch nicht lieben denn Unhöflichkeit und unbedachte Worte tun weh.
Und so kamen wir zu Hause an, ich um eine philosophische Erkenntnis reicher. Manchmal ist es echt gut, nur im Park auf einer Bank zu sitzen, mich knuddeln zu lassen und nachzudenken … „Alles hat seine Zeit“ steht in diesem großen Buch, das in unserem Regal liegt… wie wahr!
Und bald kommen meine geliebten Mopsfreunde nach Berlin! Jubel ... ich zähle die Tage! Kumpels, wir werden viel Spass haben und ich zeige euch meine kleine Welt - die orientalische einbegriffen!
Szene eines Mopstreffens *lach*
Mopspolonaise
(Unschwer zu erkennen, ich bin in der Mitte.
Die beiden schönen Möpse gehören zur Mopszucht
Bello Inn in Bernau, wo ich ab September wieder zu interessanten, sonntäglichen Mopstreffen gehe
- bis bald, Kumpels!)
- bis bald, Kumpels!)
Liebe Sonntagsgrüsse - Euer Carlos
