Mittwoch, 10. August 2011

Moi, der Wachhund

Sage mal einer, Möpse seien nicht wachsam .. also! Wir sind superwachsam, alert, immer überall um Böses von unseren Menschen abzuwenden, ob sie das nun gerade wollen oder nicht. Es gibt keine Situation in der ich nicht total mißtrauisch darauf achte, dass meiner Mama nichts passiert ... sie hat ja nur mich, na gut, noch so ein paar Zweifüssler die ihr Leben teilen, aber keinen anderen Mops.

Gerade eben - eine total gefährliche Situation! Und schon bin ich da, der Überflieger-Mopsschutzengel und sie hat sich gerade noch so vom Schock erholt dass hinter ihr die Mopssirene los ging, während sie nichtsahnend arbeitet.

Morgens um 5 - wie kommt es, dass einer unserer Nachbarn schon wach ist? Tztztzt. Wach und hat den finsteren Plan, sein Fahrrad zu besteigen das vor unserem Schlafzimmerfenster geparkt ist. Alle Fenster offen, Morgenluft ist schön. Ich liege noch lässig in den Kissen, träume so vor mich hin, von Burgern, Steaks und Würstchen auf meinem Frühstücksbuffet und von Dingen, die niemals wahr werden ... deswegen werden sie auch Träume genannt!

Mein Nachbar, der unangenehme Frühaufsteher pirscht sich an unser Fenster heran. Ich stelle schon mal ein Ohr auf "Lauschposition", warte ab ob meine ganze Mopsaltertfunktion gebraucht wird, denn umsonst vergeude ich keine Energien. Auf jeden Fall nicht so früh am Morgen ...

Wie ich hören kann schliesst er sein Fahrrad auf und das ist für mich das Zeichen: Attacke! Ohne dass er darauf vorbereitet ist springe ich aus den Kissen, belle ganz furchtbar, mein kleiner Mopskörper zittert und in wenigen Sekunden bin ich auf "Wachhundfunktion". Die Wut lässt mich in die Höhe springen, trotzig wieder auf die Mopsbeine kommen, ich stampfe laut bellend auf den Kissen herum und erschrecke den Eindringling in meine Morgenträume ganz furchtbar. Sein Fahrrad fällt um .. na, also! Wieder ist jemand gewarnt: "In diesem Haus gibt es einen schrecklich gefährlichen Mops"! Auch und gerade um 5 Uhr morgens ...

Die gefährliche Bestie, auch Carlos Santana genannt ...

Ruhe kehrt ein, ich vergrabe mich wieder leise vor mich hinknurrend in den Kissen und sie arbeitet weiter, leicht erschüttert.... tja, was wäre ohne mich passiert? Nicht auszudenken ...

In der Ferne höre ich ein gefährliches, langsam näher kommendes Geklapper. Oh toll, meine Freunde von der Müllabfuhr! Mops kann sich auf sie verlassen, kurz nach 5 sind sie da und sorgen dafür dass ich mich schon frühmorgens künstlich aufregen kann.

Wieder fahre ich mit schrecklichem Bellen hoch, es wiederholt sich mein Kissentanz und diesmal springe ich auch noch im hohen Bogen vom Bett! Meine Freunde von der BSR sind es mir wert dass ich mein Bett verlasse und wie von der Tarantel gestochen zur Tür rase. Böse bellend natürlich, Gefahr von Haus, Hof und meiner Mama abwendend. Wenn ich die Nachrichten ansehe dann kann ich mir vorstellen, was uns alles droht. Aber nicht mit einem Mops im Haus!

Endlich haben die Müllmänner ihre Arbeit verrichtet, ich knurre noch so ein bisschen böse vor mich hin und kann mich nur schwer beruhigen. Adrenalin oder so nennt man das wohl .. meine Mama nennt es übersteigertes Mops-Egogehabe, sie hat keine Ahnung was in so einem Mopskörper rein medizinisch gesehen vorgeht .. nichtsahnend, eben. Gerade deswegen ist es gut, dass ich da bin!

Genug Wachsamkeit für heute Morgen, ich lasse mich wieder in die Kissen hieven und suche eine mopsmässig angenehme Schlafposition. Bis nachher dann, so gegen 10 Uhr wäre ich bereit für einen kleinen Ausflug in den Park. Aber bitte nicht früher ..

Einen schönen Tag wünscht Euch

Carlos