Samstag, 20. August 2011

Der Türkische Markt

Ächz, zurück vom Türkischen Markt. Ne, ne Kumpels seid froh dass Ihr so was nicht habt, meine Mopsnerven ..

Der Markt liegt leider auf meiner Lieblings-Morgengassirunde, bei der ich mich gerne beim Rennen entspanne und in aller Seelenmopsruhe die Nachrichten von gestern Abend lese … mittwochs und samstags wird meine Ruhe dabei sehr empfindlich gestört. Warum müssen wir  zweimal die Woche das viele Grünzeugs nach Hause schleppen? Warum geht sie nicht in den Supermarkt, lässt mich zu Hause poofen und bringt mir zur Belohnung ein Würstchen mit?

Tja, Frauen sind sehr seltsam ..

Diese Marktschreier! Sooo laut und nur Gott alleine oder eben der Eine oder  Andere dort weiß, in welcher Sprache sie schreien. Warum müssen wir dann auch noch ein paarmal durch den Türkenmarkt laufen, also ich würde einfach am allerersten Stand alles einkaufen und ab geht’s nach Hause .. außerdem fresse ich das Grünzeugs nicht, also warum kaufen wir es dann?

Was mich tröstet sind dann die sehr interessanten Gerüche und der eine oder andere Hundekumpel, mit denen ich mich dann über seltsame Vegetarierfrauen, ihre ureigensten komischen Ansichten und Vorlieben und noch so einiges austausche. Und schon werden wir weiter gezogen .. es ist ungerecht! Ich will in Ruhe über meine Mama lästern!

Wir trafen eine Freundin und gingen mit ihr in ein Café neben dem Markt und was passiert??? Meine Mama geht zum Tresen und kommt mit einem Teller auf dem zwei Würstchen lagen zurück. Für mich! Weil ich diese Woche so lieb war … ähem. Na, zu mindestens die letzten beiden Tage war ich lieb. Engelsgleich.

Damit fiel es mir leichter, nochmals auf den Markt zu gehen. Uns fehlte noch das Grünzeugs für mein Fressi, oh jeh. Hoffentlich keine roten Beete …

Der Hähnchen- und Fischstand sind meine Favoriten. Diese Düfte! Aber genau dort kaufen wir niemals, auch ungerecht. Mama meint es ginge um die Hygiene, ach was .. Blödsinn! Darüber könnte ich nun mit einem Hähnchenschenkel im Maul glatt hinwegsehen. Aber logisch, sie kauft dort kein Fleisch für mich.  

Und dann trafen wir schon wieder jemanden, auweia. Dieser „Jemand“ war auch  noch Schwäbin, damit sank  meine Hoffnung in ungeahnte Tiefen. Ich wusste was jetzt kommt .. sie erzählen sich ihre entsprechenden Lebensgeschichten, warum und wann sie in Berlin gelandet sind, wie schön doch das Schwabenland sei und dass sie dort aber niemals mehr leben wollten.Und ich stehe mir meine Mopsbeine in den Bauch, äääätzend mal wieder ..

Also, für mich persönlich gibt’s einfach zu viele Schwaben in Schöneberg, vor allem die von der lustigen und redegewandten Fraktion!

Da lob ich mir meinen Onkel Wolfgang, der ist zwar auch Schwabe aber er hat wenigstens jedes Mal ein Leckerli für mich und trotz Hundeverbots darf ich als einziger Vierbeiner im Winter unter seinem Bistrotisch in seinem schwäbischen Bistro sitzen und von weitem die schwäbischen Eier, hausgemachte Leberwurst und Maultaschen anschmachten!

Dort haben wir dann nach dem Türkischen Markt Station gemacht, wir sassen draussen unter hohen Bäumen, ein Windchen wehte und die Sonne schien. Mopswetter! Ich bekam meine Leckerli und meine Mama ihr Samstags-Schorle und wir unterhielten uns mit netten Leuten, während ich harmlos vorbeiziehende große Hunde erschreckte und mich vom Marktstress erholte. 

Und meine Mama hat sich dann noch total geärgert, denn auf dem Markt sahen wir einen Menschenauflauf und Kamerateams, aber wir sind natürlich auf die andere Seite gegangen. Grade dann, wenn ich mal Gelegenheit hätte ein richtiger VIP im Fernsehen zu werden! Und wer hat dort ein Interview gegeben? Der Schwarm meiner Mama, unser Regierender Bürgermeister. Ihr Wowi!  Das hat sie dann aber erst später erfahren, zu spät um nochmals zurückzugehen und ihn anzuhimmeln. Hab ich Glück gehabt ..das hätte auch wieder ewig gedauert!


Ein Opfer des Türkischen Marktes

Jetzt werde ich mal für heute meine Mopsnerven schonen, denn bis Mittwoch habe ich meine Ruhe, wenn es dann wieder heißt: „Wir gehen zum Türkischen Markt“. 

Habt ein schönes, entspanntes Wochenende
Euer Carlos Santana