Mittwoch, 17. August 2011

Erziehungsmassnahmen

Hm.  Ich muss Euch  mal was fragen …

Kann es sein dass Möpse mehrmals (regelmäßig? öfters?) in ihrem Leben einen Zustand erreichen, den man bei ihren menschlichen Pendants  bestenfalls seufzend als „Pubertät“ bezeichnet?

Jap.Jap.Jap!

Ich mag’s einfach, pubertär zu sein! Ein Zustand genauso schön wie Geschenke, fressbare natürlich, Streicheleinheiten, Bewunderung, Liebe … ach, wie schön ist die Pubertät, so schön dass ich sie in regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Abständen einfach wiederhole!

Zwischen den Pubertätsanfällen bin ich ein sehr lieber, gut erzogener und gehorsamer Mops, ein Paradebeispiel für fast jeden hoffnungslosen Fall auf der Hundewiese, allseits bewundert und geliebt. Oh Mann, wie langweilig …

Viel interessanter ist es auf einmal „doof“ zu sein, nichts mehr zu verstehen, ein absolutes „Blank“ in den schönen runden Mopsaugen zu zeigen, sozusagen ein "mopsiges vegetable“  wenn es nicht so fürchterlich für sie wäre, solche gruseligen Assoziationen auszuhalten – und alle haben sie mit Mopskrankheiten und –auffälligkeiten zu tun und mit der ängstlich gestellten Frage: „Oh Gott, was hat er?“

Ja, was hat er wohl? Seine Mopshormone spielen mal wieder verrückt *hihi*! Langweilig, lieb und angepasst war gestern!

Erstaunlich,  dass ich sie mit meinen Anfällen immer noch total verrückt machen kann. Man nennt es wohl „Liebe“ im Gegensatz zur „Gleichgültigkeit“. Diese Menschen haben aber auch solch ein kompliziertes Gefühlsleben … ääääätzend!

Komisch ist dass sie nicht aufgibt – auch nach einem erneuten Pubertätsanfall übt sie mit mir weiter geduldig auf der Hundewiese und lobt mich euphorisch beim allerkleinsten Erfolg! Menschen …

Naja, seit einigen Wochen bin ich nicht so besonders lieb. Sie sagt, es kommt vom vielen Regen und der mangelnden Gelegenheit zum Üben. Ich sage, so bin ich halt! Wieder mal einer dieser endlosen Diskussionen, die wir uns eigentlich ersparen könnten.

Nachdem ich vor zwei Tagen mal wieder eine Waaaaaaahnsinnsvorstellung im großen Park gegeben habe, typisch Mops eben und sie damit wie immer ins Nachdenken getrieben hatte über Hundepsychologie, Dominanz und andere in meinen Augen unwichtige Themen laufe ich nun – im wahrsten Sinne des Wortes – an einer sehr kurzen Leine. Sehr, sehr kurz …

Also, das im Park war ja nicht sooooo schlimm! Ich gebe zu, als mir so unverhofft Mopskumpel Otto dort begegnete war schon klar was passieren wird! Nach einer wilden Begrüßung mischten wir uns in das riesige Hunderudel das im Park abends so rumdüst, hatten viel Spaß mit großen Hunden,  rannten mit ihnen um die Wette und machten ganz viel Blödsinn. Hören war nicht angesagt …

Caaaaarlooos …. Ooooooottooooo .. Ja bitte, Sie haben gerufen?

Dann rannten wir gemeinsam einem großen Hund nach und tatsächlich waren wir dann nur noch zwei kleine beigefarbene Punkte am weiten Horizont mit lustig ausgefahrenen Ringelschwänzchen.  Unsere Dosenöffner rasten hinterher, bloß -  nicht schnell genug. Tja, Fitness und Ausdauer .. mehr will ich dazu nicht sagen! Sie fanden uns alle Drei sehr angenehm gekühlt in einem kleinen Wildbach wieder.. kann passieren!

Nach einer weiteren Stunde des wilden Herumrasens sollte es nach Hause gehen. Es folgte ein sehr sentimentaler Abschied von Otto .. bis zum nächsten Mal, Mopskumpel!

Wir setzten uns auf eine Bank unter einem großen Baum. Ausruhen .. Ich warf begehrliche Blicke auf die Hundewiese, wo nach wie vor ganz viele Glückliche rumtobten, bloß ich nicht. Und so ging’s dann zum Parkausgang. Oder so dachte sie.

Trag mich! Das alte Spiel begann … Da saß ich bockend, mit hängenden Schultern, ein Anblick des Grauens! Jeder bemitleidete mich. Alles wie gehabt ..

Wir kamen nur schleppend vorwärts, ich fand’s unangebracht so früh und erst nach drei Stunden den Park zu verlassen. Haben wir etwa zu Hause was Dringendes zu erledigen?  Na, also …

Eigentlich hatten wir nun noch so 20 Minuten Weg bis nach Hause vor uns. Ich finde, keine besonders lange Strecke für die Disziplin "Mopsschleppen", oder? Diesmal war sie aber anderer Meinung. Wie unbeständig sind die Menschen!

Irgendwann mal und bei der hundertsten Bemerkung über den „armen Mops“ riss ihr Geduldsfaden. Sie nahm mich unter den Arm (na also, geht doch!) und strebte zielbewusst der Bushaltestelle entgegen, immerhin auch so ein halber Kilometer entfernt. Dort warteten wir schweigend auf den Nachtbus.

Gestern Morgen … Juhu, ein neuer Tag ist erwacht! Und ich mit ihm, voller Elan und Lebensfreude. Eine weitere Geduldsprobe beim Morgengassi, meine Güte sind unsere Dosenöffner schwierig! Aber was ist mit meiner Flexileine passiert, sie ist auf einmal so kurz?

Nun trennen uns maximal 30 cm Leine voneinander, ich laufe im schnellen Schritt bei Fuß *meine Güte* und Ausbüchsen gibt’s nicht. Sie bestimmt das Tempo und  wie sie sagte, so lange bis ich wieder zur Vernunft gekommen bin!

Hilfe, ruft den Tierschutz für mich an! Oder vielleicht Amnesty International? 



Und wer könnte mir böse sein ...


Euer frustrierter Carlos