Samstag, 26. Oktober 2013

Der ganz normale Wahnsinn oder: Das Leben ist eine Herausforderung!

Was für ne blöde, äh wunderschöne Woche! In diesen Tagen bin ich das vollkommen unschuldige Opfer einer gewissen Person (Schwäbin) geworden. Hilfe! Erst jetzt kann ich entspannen, spät am Freitag Abend - nachdem "sie" mich vorhin gerade nochmals in die Nacht rausgezerrt hat, wie immer gegen meinen Willen. Ich hasse Zwang - der Abend hatte so schön friedlich angefangen.  In typisch schwäbischer Manier hat sie unsere Küche geputzt, alles ausgeräumt, wieder eingeräumt, alles abgewaschen, alles .. wo liegt da der Sinn dahinter?

Egal, ich lag gerade total entspannt in meinem Korb in der Küche, bis ich äußerst brutal weggetragen wurde - schlafend, in meinem Korb! Gerade träumte ich von netten Mopsdamen, riesigen Haufen Fleisch und Knochen und nicht von der schäbigen kleinen Menge, die sie heute nach Hause gebracht hat. Ja, sie war endlich mal wieder bei unserem türkischen Schlachter. War ja auch Zeit! Rinderhesse, klein geschnitten für den armen Mops, Rindergulasch, Hühnerbrust und -mägen, Lamm, ein paar lausige Markknochen - das ist alles? Nieren? Wer isst denn so was, nur weil sie angeblich in kleinen Mengen gesund sind? Die kleine Menge war dann mein total verspätetes Mittagessen .....

Ächz. Auch sonst war meine Woche echt schrecklich, GSD ist Wochenende! Nachdem ich nun nicht herzkrank bin, aber "gefordert" werden soll (na Danke, Dr. Helmich, egal wie nett Sie sind und egal, wie Sie Möpse lieben und Danke für Ihren Anruf, den "sie" natürlich entgegen genommen hat und Unwahrheiten über mich verbreitet hat äh, erzählt hat, wie ich diese Woche seit unserem letzten Treffen hungrig und total erschöpft verbracht habe), hat sich mein ruhiges beschauliches Leben ganz schön verändert. Zum schlechteren, finde ich …

Morgens, wenn ich noch schnarchend in den Kissen liege, weckt sie mich. Sanft, zugegebener Weise und sie nimmt mich dann auf den Arm und ich wache langsam unter ihrem Streicheln auf. Ein Blick auf die Uhr – Schreck, es ist total früh, so etwa 6 Uhr. Sie ist schon angezogen und streift mir armen, verschlafenen Mops das Geschirr über. Dann geht’s raus *grusel*. An der Ecke treffen wir Kumpel Max, den kleinen Pekinesenmann. Das ist er:




Max kommt aus dem Tierheim, er wurde irgendwo gefunden und von Christiane aufgenommen, das ist nun schon einige Jahre her. Niemand weiß welche Erfahrungen der arme Max gemacht hat, er ist total cool aber er hat ein Problem: Er mag große Hunde nicht und zwickt sie immer in den Po. Echt cool eben!

Also laufen wir zu viert los und wir laufen und laufen .. ohne Gnade! Eine Stunde … Erbarmen! Zwei Stunden .. muss „sie“ nicht zur Arbeit? Es geht zügig weiter bis wir wieder zu Hause landen. Ich haue mich sofort auf die Kissen im Wohnzimmer, sie gehören mir nicht wirklich, aber was soll’s. Es gibt dann mein Fressi, wie immer zu wenig, und sie macht sich dann fertig und geht zur Arbeit. Das kriege ich aus lauter Erschöpfung schon gar nicht mehr mit …. Ich schlafe total hingegossen bis sie dann ein paar Stunden später wieder vor mir steht. Und, ratet mal, was dann passiert?

Gassi!

Schon wieder. Müsste sie nicht total erschöpft sein, müde, ausgebrannt? Nö! Immerhin laufen wir immer ganz unterschiedliche Strecken damit mir nicht langweilig wird. „Sie“ meint, dass ich intellektuell oder so stimuliert werden müsste und immer die gleiche Wegstrecke mache dumm .. aber immerhin ist die immer gleiche Wegstrecke überschaubar und kurz! Also schlagen wir wie die Hasen Haken, von hier nach da, von diesem Park zu jenem. Gähn, echt langweilig denn Laufen ist Laufen, finde ich. Aber ich habe ja keine Meinung zu haben!

Mops kann also wirklich sagen, dass ich gefordert werde. Wenig Fressi, viel Laufen, viel Fordern. Das Leben ist sehr ungerecht!

Ich werde immer schmaler, keiner bricht in Wehklagen darüber aus. Vermutlich werden meine wunderschönen Klamotten bald an mir hängen wenn es so weiter geht. Der wahre Mopsgentleman gibt sehr viel auf sein Äußeres, wie sieht das denn aus wenn ich wie eine Hungerharke daher komme?

Aber sie knuddelt mich, streichelt mich, knutscht mich und nachts rolle ich mich in ihren sanften Armen zusammen, aaaaah! Das versöhnt mich dann wieder mit meinem geforderten Leben …

Abends dann die gleiche Leier: Fordern! Wir laufen und laufen. Gnade, bitte!

Weihnachten soll bald kommen, aha! Ich erinnere mich dass es im vergangenen Jahr unendlich viel Pute gab, sehr lecker. Dieses Jahr soll es einige Weihnachtsparties im Institut geben, zu denen ich auch eingeladen bin. Einmal mit 35 Damen, da wird mir jetzt schon schlecht, äh Bange – deren ausdrücklicher Wunsch ist, dass ich dabei bin. Woher kennen sie mich? Ich werde wohl meinen Smoking tragen, sonst habe ich nichts Festliches. Dann gibt’s noch einige andere Gelegenheiten, mich mopsgerecht zu präsentieren. Und am Weihnachtsabend, oh wie interessant, kommen die Kollegen meiner Mami zu uns, alles schon geplant. Wie immer wurde ich nicht gefragt, vielleicht wäre mir ein ruhiges, besinnliches Fest lieber? Aber ehrlicherweise bin ich jetzt schon ganz aufgeregt – vermutlich wird jede Menge Sushi für mich abfallen, denn das wollen sie gemeinsam vorbereiten. Na, dann .. aber bitte die mit Lachs!

Es grüßt euch

Euer Mopsfreund Carlos Santana