Donnerstag, 3. Oktober 2013

Als ich nicht mehr laufen wollte

(Fast) jeder weiß, dass Möpse ziemlich launisch sind (ich nicht!) und einen eigenen Kopf haben. „Sie“ meint, das sei das Faszinierende an unserer Rasse. Naja, nicht nur – es gibt noch ganz viele andere wunderbare Eigenschaften die wir so haben. Was ist mit Intelligenz, Treue, Schönheit, Humor, die wunderbare Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen ….

Manchmal streiken wir einfach. Ich streike z.B. wenn mein Menschenbruder Walid mit mir Gassi gehen will. Es ist ja nicht so, dass ich ihn nicht liebe – ganz im Gegenteil! Ich bin total begeistert wenn wir uns sehen und nun gehört seit fast zwei Jahren auch seine Freundin Juliane zu uns, die Möpse liebt, wie günstig. Was sollen wir auch mit einer Schwiegertochter, die das nicht tut? Juliane ist cool, sie spielt mit mir ganz wild und ich gerate in wahre Ekstase wenn sie zu uns kommt.

Am vergangenen Montag war so ein Streiktag. Was wirklich passiert ist, wissen wir immer noch nicht. Auf jeden Fall wachte ich so gegen 9 Uhr nach einem herrlichen Schläfchen in den Armen meiner Mami auf, sie war schon lange am Arbeiten. Ich hörte so wie immer das schnelle Anschlagen der Tastatur. Aha, sie verdient mein Fressi ..

Ich saß auf unserem Bett und bewegte mich nicht. Das Klappern in der Küche und das „Pling“ des Mikrowellenherdes ließen mich nicht wie sonst vom Bett springen und fröhlich in die Küche traben, um dann über mein wohltemperiertes Fressi herzufallen. Nein, ich blieb auf dem Bett sitzen …

Meine Mami kam angerast, ein kurzer Blick auf mich, sie setzte mich auf den Boden und da saß ich und saß … Sie schnappte mich und ging mit mir in den Garten, aber auch da saß ich und saß, von unseren lieben Nachbarn sehr besorgt beobachtet. „Carlos ist ja gar nicht so wie sonst“, sagten sie. Nö, war ich nicht. Irgendwas zwickte in meinem Bauch.

Sie zog sich an, rief eine Taxe und wir fuhren in die nächste Tierarztpraxis. Dort wurde ich untersucht, auf den Kopf gestellt, meine Beine, mein Bauch und alles andere auch wurde genau überprüft – nix! Meine Mama hat mal wieder geweint, sie ist in der Praxis fast umgekippt vor Sorge. Ich bekam eine Kreislaufspritze in meinen Allerwertesten, aua, aua und Mama trug mich nach draußen, heulend und total fertig. Es ging per Taxi nach Hause, dort saß ich noch eine Stunde herum, dann legte ich den Mops-Vorwärtsgang ein und raste wie gewohnt in der Wohnung herum, so als ob nichts passiert wäre. Als erstes Mal in die Küche, wo ist bitte mein Fressi? Bitte keinen Spinat *grrrrrrr*. Es gab dann auch Fisch, Shrimps und kein lodderiges Gemüse! Na, also, klappt doch ..

Wir liefen vorsichtig spazieren und ich hinterließ wahre Bäche an jedem Baum. Plötzlich ging auch das wieder …  nun werden wir nächste Woche zu meinem TA Opa Krause gehen und all das besprechen. So ganz ein bisschen denkt nun meine Mami dass es nur ein Mopsstreik war und ist sehr besorgt. Ich werde mal wieder in Watte gepackt, aber ich rase so wie immer auf der Hundewiese herum, gulpe mein Fressi runter, niemals genug *naja* und bin munter und fröhlich. „Möpse“, sagt sie und fängt wieder an zu heulen …..

Ansonsten waren wir neulich in einem BARF-Laden und haben all das gekauft, was Mopses Herz begehrt und höher schlagen lässt. Ich wähnte mich wie Alice im Fleischwunderland … hmmmmm! Nun habe ich meine eigene kleine Kühlbox, in der nur mein Fleisch, meine Knochen, Puten- und Hühnerhälse lagern. War ja auch Zeit …

Sonst ist nichts Erwähnenswertes passiert, außer dass meine Mami auf der Hundewiese von einer Biene gestochen wurde und so stark anschwoll, dass ich echt entsetzt war. Wo ist ihre Nase? Ihre Augen? Sie musste dann mitten in der Nacht in die Notaufnahme und blieb ewig dort. Der Arzt wollte sie nicht nach Hause gehen lassen, sie hat sich aber selbst entlassen, zu Hause wartete ja schließlich ein kleiner Mops auf sie! Eine Woche lang ging es ihr grottenschlecht, sie hat nämlich eine ganz starke Bienen- und Wespenallergie und musste im Bett bleiben und jeden Tag zum Arzt gehen. Langsam aber sicher schwoll sie dann wieder ab, aber wir hatten eine wirklich erholsame Woche im Bett, ich wenigstens. Unseren Urlaub mussten wir aber leider absagen, wir hatten uns schon so gefreut.  Nun soll sie bald ins Krankenhaus, sie spritzen ihr dort das Bienen- und Wespengift, eine schreckliche Vorstellung .. wird sie wieder so anschwellen und darf ich sie besuchen? Und wo bleibe ich in dieser Zeit? Bei meiner Tante Ursel!

Jetzt haben wir eine Woche Urlaub und wollen nur Ruhe, Ruhe und Ruhe. Es ist ganz kalt geworden und ich trage bereits meine Klamotten. Wir machen unsere üblichen Spaziergänge, treffen meine Freunde (und leider manchmal auch meine drei Erzfeinde) auf der Hundwiese, ich hüpfe mal wieder in Laubhaufen herum und liebe die herbstlichen Farben und das ideale Mopswetter. 

Es gibt eine neue Hundedame bei uns, Sisi, die unsere Nachbarin und Freundin Pam aus einem Käfig in Ungarn befreit hat und die nun bei Freund Coco wohnt, bis sich ein guter Platz für sie findet. Sisi riecht so gut und ich flirte ganz schrecklich mit ihr, leider ist sie viel größer als ich. Sie hat noch niemals in ihrem Leben Gras oder eine Wiese gesehen, Bäume oder sonst etwas, was für unsereins normal ist. Menschen …mehr sage ich dazu nicht.

Gefreut haben wir uns über die guten Nachrichten aus dem Mopshaus unserer Freundin Birke Ziegenbein, es gab dort kleine, süße Möpse! Willkommen ihr Kleinen in dieser Welt, möget ihr ein gutes Heim bei lieben Menschen finden. Aber dafür wird Birke sowieso sorgen:





Es grüsst euch 
euer Mopsfreund

Carlos Santana