(Fast) jeder weiß,
dass Möpse ziemlich launisch sind (ich nicht!) und einen eigenen Kopf haben. „Sie“
meint, das sei das Faszinierende an unserer Rasse. Naja, nicht nur – es gibt
noch ganz viele andere wunderbare Eigenschaften die wir so haben. Was ist mit
Intelligenz, Treue, Schönheit, Humor, die wunderbare Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen ….
Manchmal streiken wir einfach. Ich streike z.B. wenn mein
Menschenbruder Walid mit mir Gassi gehen will. Es ist ja nicht so, dass ich ihn
nicht liebe – ganz im Gegenteil! Ich bin total begeistert wenn wir uns sehen
und nun gehört seit fast zwei Jahren auch seine Freundin Juliane zu uns, die
Möpse liebt, wie günstig. Was sollen wir auch mit einer Schwiegertochter, die
das nicht tut? Juliane ist cool, sie spielt mit mir ganz wild und ich gerate in
wahre Ekstase wenn sie zu uns kommt.
Am vergangenen Montag war so ein Streiktag. Was wirklich
passiert ist, wissen wir immer noch nicht. Auf jeden Fall wachte ich so gegen 9
Uhr nach einem herrlichen Schläfchen in den Armen meiner Mami auf, sie war
schon lange am Arbeiten. Ich hörte so wie immer das schnelle Anschlagen der
Tastatur. Aha, sie verdient mein Fressi ..
Ich saß auf unserem Bett und bewegte mich nicht. Das
Klappern in der Küche und das „Pling“ des Mikrowellenherdes ließen mich nicht
wie sonst vom Bett springen und fröhlich in die Küche traben, um dann über mein
wohltemperiertes Fressi herzufallen. Nein, ich blieb auf dem Bett sitzen …
Meine Mami kam angerast, ein kurzer Blick auf mich, sie
setzte mich auf den Boden und da saß ich und saß … Sie schnappte mich und ging
mit mir in den Garten, aber auch da saß ich und saß, von unseren lieben
Nachbarn sehr besorgt beobachtet. „Carlos ist ja gar nicht so wie sonst“,
sagten sie. Nö, war ich nicht. Irgendwas zwickte in meinem Bauch.
Sie zog sich an, rief eine Taxe und wir fuhren in die
nächste Tierarztpraxis. Dort wurde ich untersucht, auf den Kopf gestellt, meine
Beine, mein Bauch und alles andere auch wurde genau überprüft – nix! Meine Mama
hat mal wieder geweint, sie ist in der Praxis fast umgekippt vor Sorge. Ich
bekam eine Kreislaufspritze in meinen Allerwertesten, aua, aua und Mama trug
mich nach draußen, heulend und total fertig. Es ging per Taxi nach Hause, dort saß
ich noch eine Stunde herum, dann legte ich den Mops-Vorwärtsgang ein und raste wie gewohnt
in der Wohnung herum, so als ob nichts passiert wäre. Als erstes Mal in die Küche,
wo ist bitte mein Fressi? Bitte keinen Spinat *grrrrrrr*. Es gab dann auch
Fisch, Shrimps und kein lodderiges Gemüse! Na, also, klappt doch ..
Wir liefen vorsichtig spazieren und ich hinterließ wahre
Bäche an jedem Baum. Plötzlich ging auch das wieder … nun werden wir nächste Woche zu meinem TA Opa
Krause gehen und all das besprechen. So ganz ein bisschen denkt nun meine Mami
dass es nur ein Mopsstreik war und ist sehr besorgt. Ich werde mal wieder in
Watte gepackt, aber ich rase so wie immer auf der Hundewiese herum, gulpe mein
Fressi runter, niemals genug *naja* und bin munter und fröhlich. „Möpse“, sagt
sie und fängt wieder an zu heulen …..
Ansonsten waren wir neulich in einem BARF-Laden und haben
all das gekauft, was Mopses Herz begehrt und höher schlagen lässt. Ich wähnte
mich wie Alice im Fleischwunderland … hmmmmm! Nun habe ich meine eigene kleine
Kühlbox, in der nur mein Fleisch, meine Knochen, Puten- und Hühnerhälse lagern.
War ja auch Zeit …
Sonst ist nichts Erwähnenswertes passiert, außer dass meine
Mami auf der Hundewiese von einer Biene gestochen wurde und so stark anschwoll,
dass ich echt entsetzt war. Wo ist ihre Nase? Ihre Augen? Sie musste dann
mitten in der Nacht in die Notaufnahme und blieb ewig dort. Der Arzt wollte sie
nicht nach Hause gehen lassen, sie hat sich aber selbst entlassen, zu Hause
wartete ja schließlich ein kleiner Mops auf sie! Eine Woche lang ging es ihr
grottenschlecht, sie hat nämlich eine ganz starke Bienen- und Wespenallergie
und musste im Bett bleiben und jeden Tag zum Arzt gehen. Langsam aber sicher
schwoll sie dann wieder ab, aber wir hatten eine wirklich erholsame Woche im
Bett, ich wenigstens. Unseren Urlaub mussten wir aber leider absagen, wir hatten uns schon so gefreut. Nun soll sie bald ins Krankenhaus, sie spritzen ihr dort das
Bienen- und Wespengift, eine schreckliche Vorstellung .. wird sie wieder so
anschwellen und darf ich sie besuchen? Und wo bleibe ich in dieser Zeit? Bei
meiner Tante Ursel!
Jetzt haben wir eine Woche Urlaub und wollen nur Ruhe, Ruhe
und Ruhe. Es ist ganz kalt geworden und ich trage bereits meine Klamotten. Wir
machen unsere üblichen Spaziergänge, treffen meine Freunde (und leider manchmal
auch meine drei Erzfeinde) auf der Hundwiese, ich hüpfe mal wieder in
Laubhaufen herum und liebe die herbstlichen Farben und das ideale Mopswetter.
Es gibt eine neue Hundedame bei uns, Sisi, die unsere Nachbarin und Freundin Pam aus einem
Käfig in Ungarn befreit hat und die nun bei Freund Coco wohnt, bis sich ein guter
Platz für sie findet. Sisi riecht so gut und ich flirte ganz schrecklich mit
ihr, leider ist sie viel größer als ich. Sie hat noch niemals in ihrem Leben
Gras oder eine Wiese gesehen, Bäume oder sonst etwas, was für unsereins normal
ist. Menschen …mehr sage ich dazu nicht.
Gefreut haben wir uns über die guten Nachrichten aus dem
Mopshaus unserer Freundin Birke Ziegenbein, es gab dort kleine, süße Möpse!
Willkommen ihr Kleinen in dieser Welt, möget ihr ein gutes Heim bei lieben
Menschen finden. Aber dafür wird Birke sowieso sorgen:
Es grüsst euch
euer Mopsfreund
Carlos Santana
