Freitag, 14. Oktober 2011

Zwei Norweger, nächtliche Ausflüge ...

Hi, hier bin ich wieder nach einigen wirklich total beschäftigten Tagen! Also .. wo fang ich an? Ich fang mal da an, wo es angefangen hat … ich „konnte“ nicht, so dachte sie, ich „wollte“ nicht, dachte ich. Ein weiterer, ernsthafter Konflikt …
Ich muss nicht immer können – bloß versteht sie das nicht. Ich kann, wenn ich will. Basta! Aber nachdem es schon über 24 Stunden her war, seit ich ..naja, Ihr wisst schon.. hörte ich wieder das gefürchtete „Oh jeh, er hat was“ … Nö, er hat nix!!!!
Also liefen wir von Lieblingsplätzchen zu Lieblingsplätzchen und nix tat sich. Ich fand’s total cool. Von hier nach da, von da nach hier. Dann gab sie auf. Endlich. Ich konnte mich auf meinen neuen Knochen konzentrieren, für den ich nun endlich ein permanentes Versteck gefunden habe – in ihrem Schrank. Leider bekam sie es mit, nun habe ich kein neues Versteck mehr. Argusaugen hat sie, genau das braucht ein Mops! Keinerlei Privatsphäre …
Gestern Nacht arbeiteten wir, ich lag gemütlich zu ihren Füssen und dezimierte den neuen Knochen. So gegen 4 Uhr morgens dachte ich dann doch, ich müsste. Also hetzten wir raus .. ich ließ mir noch ein bisschen Zeit und endlich hatte sie ihren Willen! Ungern, ungern dachte ich mir noch, aber es war schon zu spät.
Dann liefen wir durch die Nacht nach Hause, mein Kiez war ruhig und nichts tat sich. Aber da! In der Distanz sah ich zwei Gestalten, die einzigen auf der Hauptstraße. Sie klammerten sich aneinander fest und kamen laut singend näher. Logischerweise lief ich keinen Schritt mehr, ich könnte ja was verpassen, außerdem liegt mir die Sicherheit meines Kiezes am Mopsherzen. Also fing ich an furchtbar in die stille Nacht hinein zu bellen, so wie es einem Kiezsheriff gebührt.




Und dann standen die beiden auf einmal wackelnd vor uns, ein Bild des Jammers aber sie waren echt gut gelaunt. Sie lachten und fanden mich ganz süß. Es war ein großer Dicker und ein langer Dünner, beide aus Norwegen. Und beide sehr betrunken.
Auf einmal rutschte der große Dicke aus und fiel mir zu Füssen. Ich ging mal ein bisschen näher ran und untersuchte ihn. Sehr interessante Düfte! Dann stellte ich meine Vorderfüße auf seinen lang dahin gestreckten body und beschnupperte ihn. Er lachte.
Irgendwie kam er mit Hilfe des langen Dünnen wieder auf die Beine. Alle Versuche meiner Mama, mich weiterzuzerren scheiterten natürlich kläglich. Jetzt erlebe ich schon mal was interessantes, warum soll es dann weiter gehen? Langsam und singend und johlend wankten die Beiden weiter und wir in einiger Distanz hinterher. Oh Schreck, sie bogen in unsere Straße ein! Mama blieb mit mir an der Ecke stehen und wartete .. wie schade! Ich hätte den großen Dicken so gerne nochmals beschnuppert ..
Und da sah ich etwas total Unglaubliches! Genau vor meinem Haus, an meinem Lieblingsbaum, der ganz alleine mir gehört, den –so denke ich- unsere Stadtverwaltung schon vorausschauend vor Jahrzehnten für mich gepflanzt hat, da .. un-aus-sprech-lich! Da stand er und .... Sofort wurde ich aktiv und raste wie von der Tarantel gestochen in Richtung Lieblingsbaum. Dem hab ich was erzählt! Aber er hat nur gelacht ..
Es hat ewig gedauert bis ich mich in dieser Nacht beruhigt habe. Mein Knochen half nicht viel, ständig lauschte ich nach draußen, der große Beschützer meiner Mama und meines Lieblingsbaumes. "Tztztzt, Carlos", sagte sie. "Hör doch endlich einmal auf" … gar nichts versteht sie, gar nichts!

Liebe Grüße sendet Euer
Carlos, Beschützer der Natur und seiner Mama ...