Gestern ließ „sie“ mich zwei Stunden alleine! Ahhhhhhhhhhhh… Allerdings machten wir vor diesem sehr emotionsgeladenen Zwischenfall einen sehr schönen, 2-stündigen Herbstspaziergang in der Morgensonne. Oh, mein Mopsherz war entzückt, welche Freude herum zurasen - wir trafen eine ganz süße junge Beaglehündin, mit der ich wild herumtobte. Danach dann die Einsamkeit … seufz!
Zugegebenerweise – aber das muss „sie“ ja nicht wissen - legte ich mich nach unserer Rückkehr von diesem herrlichen Herbstspaziergang sofort schlafen und verschlief ihren Abgang und sogar ihre Rückkehr. Also keine Gelegenheit, die erbärmliche Posse „armer, allein gelassener Mops“ zu geben, was in ihr sofort und für längere Zeit ein Schuldgefühl weckt das dann wiederum mit vielen Streicheleinheiten und einigen Leckerli kompensiert wird. Achja, auch ein Mops ist fehlbar, mein Schläfchen war höchst erfrischend und ich träumte von meinem Harem, unglaublichen Mengen von Fleisch und anderen Dingen, die einen Mops erfreuen …
Oh, ich muss kurz abschweifen … mein Harem! So sorgfältig ausgewählt, so charmant und zuvorkommend bei der Stange gehalten -wie nur ein Mopsmann es kann- so verwöhnt durch meine galanten Komplimente… und weg sind sie! Tiffy, meine große Liebe geht nun halbtags mit ihrer Mama ins Büro, zu romantischen Treffen bleibt uns wenig Zeit. Bonny, mein graziöser Labradorschwarm ist von Berlin weggezogen, genauso wie meine verehrte Molosserdame Layla, die nun an der Ostsee ihre Runden dreht. Ich bin fast verlassen! Aber ich werde mir die nette junge Beagledame in Ruhe als Haremsdame heranziehen und ich sage es mal so … Hoffnung besteht, dass ich auch weiterhin als Haremsbesitzer in meinem Kiez unterwegs sein werde, von den langbeinigen Damen geliebt und hofiert.
Also, zurück zu diesem denkwürdigen Tag als „sie“ mich so schämlich verlassen hatte …Sie kam endlich nach Hause, müde und mit einem kleinen Päckchen in der Hand, ohne Zweifel für mich! So war es dann auch … Sie packte das Corpus Delicti aus und es war ein Riesenknochen mit ganz viel Fleisch daran. „Osso Bucco“ sagte sie stolz, wobei mir dies vollkommen egal war da meine Fremdsprachenkenntnisse leider Italienisch nicht einschließen, offensichtlich ein schwerer Fehler wie mir gleich darauf klar war!
Das „Ding“ lag da und ich umkreiste es misstrauisch, obwohl verführerische Düfte in meine kleine, zugegebenerweise sehr hübsche Mopsnase stiegen. Ohhhhhhh … mit einem Satz schnappte ich mir das Riesending und ab gings in mein Hundebett. Welcher Genuss, welche Wonne! Wie kommt’s dass ich, der Mopsgourmet niemals von der Existenz des Osso Bucco wusste, dass mir solche Delikatessen bisher unbekannt waren? Fragt „sie“ …
Gassi? Knuddeln? Sie überallhin verfolgen? Das hat später noch Zeit .. hingegossen dezimierte ich dieses Osso Bucco-Ding, immerhin schaffte ich das meiste bis mein geliebter Walid zu uns kam. Als er Osso Buccos bzw. dessen kläglichen Rests angesichtig wurde, erblasste er und meinte „wie ekelhaft“. Nun ja, schön sah es nicht aus, aber es war einfach ein Genuss …
Und so musste ich mich schweren Herzen von diesem Genuss trennen, denn wir gingen aus, wobei ich versuchte mich mit Osso B. im Maul an „ihr“ vorbeizustehlen, was kläglich misslang. Meine Gedanken weilten bei Osso Bucco und ich konnte mich auf keinen meiner üblichen Gassifreuden konzentrieren. Ich benahm mich absonderlich … .
So kam es dann auch. Osso Bucco blieb noch ein Weilchen bei mir, dann wurde er entsorgt. Entsorgt? Meiner Meinung nach hätte er noch länger bei mir bleiben können. „Sie“ meinte aber es sei mehr als genug, vor allem weil ich die Reste des Osso Buccos dann noch – sparsam wie ich bin – in unserem großen Bett vergraben wollte. Diesmal erblasste „sie“ … bye, bye, Osso B! Vielleicht schickst du mir demnächst einen deiner Verwandten vorbei?

