Freitag, 11. Juli 2014

Trauer

Wie soll man mit der Trauer umgehen?

Eine berechtigte Frage. Bisher musste ich einige Male um Kumpels trauern, die über die Regenbogenbrücke gingen und auf einmal nicht mehr da waren. Ich habe sie vermisst und mich gefragt, wo sie wohl hingegangen sind? Manchmal waren auch plötzlich Menschen aus meinem Umfeld nicht mehr da, meistens alte Menschen mit denen wir immer ein Schwätzchen hielten, die uns aus alten Berliner Zeiten erzählten, als Möpse noch in den „Salons“ gewisser Damen saßen und es sich auf den Sofas gut gehen ließen  … wir fanden diese Gespräche und die alten Leutchen immer interessant und haben uns für sie Zeit genommen. Nichts im Leben ist so dringend als dass man nicht ein paar Minuten zuhören kann.

Ich finde, die Menschen kümmern sich nicht mehr umeinander, was mich traurig macht. Möpse sind da ganz anders, sie freuen sich wenn sie aneinander treffen, in dem Moment ist nichts wichtiger und sie genießen die Zeit miteinander. Das haben wir wohl den Menschen voraus?

Vor zwei Tagen ist ihre Mutter verstorben. Sie war sehr alt, 89 und sehr krank. Manchmal kann der Tod eine Erlösung sein. Der Anruf kam morgens um 8 Uhr und seither ist meine Mopswelt traurig und nicht mehr so, wie sie sonst ist. Ich bin auch traurig, weil sie traurig ist. Ich mag sie nicht traurig sehen, lieber ist mir wenn sie lustig und vergnügt ist und wir unser Leben genießen. 

Aber sie hat mir erklärt, dass im Leben alles seine Zeit hat …

ALLES HAT SEINE ZEIT (Aus der Bibel, Prediger 3,14)
Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
Geboren werden hat seine Zeit, Sterben hat seine Zeit;
Pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
Töten hat seine Zeit, Heilen hat seine Zeit;
Abbrechen hat seine Zeit, Bauen hat seine Zeit;
Weinen hat seine Zeit, Lachen hat seine Zeit;
Klagen hat seine Zeit, Tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit;
Suchen hat seine Zeit, Verlieren hat seine Zeit;
Behalten hat seine Zeit, Wegwerfen hat seine Zeit;  
Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit;
Lieben hat seine Zeit, Hassen hat seine Zeit;
Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Ich glaube, es ist so.

Es wäre nur schön, wenn die Menschen wüssten, wie sehr Gleichgültigkeit weh tut, wenn niemand mehr ein kurzes Wort des Trostes für den Anderen  findet, niemand mehr eine Minute stehen bleibt und zuhört und einfach nur sagt: „Mein Beileid – es tut mir sehr leid“.

Und so haben wir die vergangenen Tage mit der Trauer um ihre Mutter verbracht. Ganz ruhig und alleine. Wir sind in Park gegangen, denn die Natur tut gut. Irgendwann einmal wird wieder der Alltag einkehren, sage ich mir. Bis dahin gebe ich ihr Trost und versuche, ein lieber Mops zu sein.

Wenn euch jemand begegnet, der in Trauer ist, dann bleibt stehen und habt keine Angst vor dem Tod oder dem Kummer den derjenige hat. Der Tod ist ein Teil des Lebens.

Euer Mopsfreund

Carlos Santana