Wie soll man mit der
Trauer umgehen?
Eine berechtigte Frage. Bisher musste ich einige Male um Kumpels
trauern, die über die Regenbogenbrücke gingen und auf einmal nicht mehr da
waren. Ich habe sie vermisst und mich gefragt, wo sie wohl hingegangen sind?
Manchmal waren auch plötzlich Menschen aus meinem Umfeld nicht mehr da,
meistens alte Menschen mit denen wir immer ein Schwätzchen hielten, die uns aus
alten Berliner Zeiten erzählten, als Möpse noch in den „Salons“ gewisser Damen saßen
und es sich auf den Sofas gut gehen ließen … wir fanden diese Gespräche und die alten
Leutchen immer interessant und haben uns für sie Zeit genommen. Nichts im Leben
ist so dringend als dass man nicht ein paar Minuten zuhören kann.
Ich finde, die Menschen kümmern
sich nicht mehr umeinander, was mich traurig macht. Möpse sind da ganz anders,
sie freuen sich wenn sie aneinander treffen, in dem Moment ist nichts wichtiger
und sie genießen die Zeit miteinander. Das haben wir wohl den Menschen voraus?
Vor zwei Tagen ist ihre Mutter
verstorben. Sie war sehr alt, 89 und sehr krank. Manchmal kann der Tod eine
Erlösung sein. Der Anruf kam morgens um 8 Uhr und seither ist meine Mopswelt
traurig und nicht mehr so, wie sie sonst ist. Ich bin auch traurig, weil sie
traurig ist. Ich mag sie nicht traurig sehen, lieber ist mir wenn sie lustig
und vergnügt ist und wir unser Leben genießen.
Aber sie hat mir erklärt, dass
im Leben alles seine Zeit hat …
ALLES HAT SEINE ZEIT (Aus der Bibel, Prediger 3,14)
Ein jegliches hat seine Zeit, und
alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
Geboren werden hat seine Zeit,
Sterben hat seine Zeit;
Pflanzen hat seine Zeit,
ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
Töten hat seine Zeit, Heilen hat
seine Zeit;
Abbrechen hat seine Zeit, Bauen
hat seine Zeit;
Weinen hat seine Zeit, Lachen hat
seine Zeit;
Klagen hat seine Zeit, Tanzen hat
seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit,
Steine sammeln hat seine Zeit;
Suchen hat seine Zeit, Verlieren
hat seine Zeit;
Behalten hat seine Zeit,
Wegwerfen hat seine Zeit;
Schweigen hat seine Zeit, Reden hat
seine Zeit;
Lieben hat seine Zeit, Hassen hat
seine Zeit;
Streit hat seine Zeit, Friede hat
seine Zeit.
Ich glaube, es ist so.
Es wäre nur schön, wenn die
Menschen wüssten, wie sehr Gleichgültigkeit weh tut, wenn niemand mehr ein
kurzes Wort des Trostes für den Anderen findet, niemand mehr eine Minute stehen bleibt
und zuhört und einfach nur sagt: „Mein Beileid – es tut mir sehr leid“.
Und so haben wir die vergangenen
Tage mit der Trauer um ihre Mutter verbracht. Ganz ruhig und alleine. Wir sind
in Park gegangen, denn die Natur tut gut. Irgendwann einmal wird wieder der
Alltag einkehren, sage ich mir. Bis dahin gebe ich ihr Trost und versuche, ein
lieber Mops zu sein.
Wenn euch jemand begegnet, der in
Trauer ist, dann bleibt stehen und habt keine Angst vor dem Tod oder dem Kummer
den derjenige hat. Der Tod ist ein Teil des Lebens.
Euer Mopsfreund
Carlos Santana