Regen, nix als Regen! Ich habe ja nichts gegen diesen sanften Mairegen, der auf mich herunter fällt und irgendwie sehr beruhigend ist - vor allem wenn Hanky-lass-dich-anleinen vor mir steht und raufen möchte. Aber so richtigen, prasselnden Regen mag kein Mops.
Wir sind immer noch so traurig wegen unserer großen Freundin Bora, irgendwie müssen wir immer weinen. "Sie" sagt aber dass man um Mensch und Tier weinen muss und nun hat sie selbst Angst, weil ich bald 4 Jahre alt werde und die Zeit rase mit mir, sagt sie. Das bringt mir garantiert das eine oder andere zusätzliche Leckerli ein, aber ich bin sehr gerührt. Ich habe ihr versprochen so lange wie möglich bei ihr zu bleiben, ohne mich bringt sie ja sowieso nichts zustande ...
Traurige Zeiten also, der Regen hilft hier nicht und auch nicht das komische Wetter, mal schön und sonnig, mal lausekalt. Die Kumpels auf der Wiese sind auch leicht depri, wir spielen lustlos herum und meistens sitze ich neben ihr im Gras und knuddle mit ihr. Im Trost geben sind wir Möpse einfach Spitze!
Gestern ist sie dann wieder geplatzt, ich sehe schon - ihre Geduld mit Menschen, die ihren herzallerliebsten Mops, also mich, kritisieren ist derzeit gleich Null. Sehr schmeichelhaft irgendwie und die Dummen sterben einfach nicht aus. Sie sagt, Dummheit sei ihr größter Feind und der der Menschheit im Allgemeinen sowieso, ausnahmsweise hat sie da mal Recht!
Wir Möpse sind einfach keine Hunde. Dies ist die Erkenntnis, die ich nach langem, intensiven Nachdenken getroffen habe. Sie meint, wir wären engelsgleiche Wesen, naja, auch hier könnte sie Recht haben. Wenn zwanzig Hunde und zwei Möpse auf der Wiese rennen, stehen die Möpse komischerweise immer im Mittelpunkt der Diskussion. Es geht um alte und neue Vorurteile unserer Rasse gegenüber, können wir laufen, atmen, Dinge tun, die auch ein normaler Hund tut? Also ich kann das alles und ich kenne nur Möpse, die das auch können! Tztzt, die Menschen, als ob es sonst keine brennenderen Probleme auf der Welt gäbe als die Konstitution der Möpse?
Sie meint ebenfalls, wir wären mit normalen Hunden nicht zu vergleichen. Ihrer Meinung nach sind wir fast etherische Wesen, wobei man "etherisch" ja eigentlich mit zart und engelsgleich in Verbindung bringt und nicht mit einer kleinen Molossermaschine wir mir, die durch das Gras wie ein kleiner Traktor pflügt und deren Brustumfang jedes Model eifersüchtig machen würde. Abgesehen von meinem sonstigen Körperbau, den man eigentlich als "massig" beschreiben müsste aber niemals dick. Dick nicht, ich bestehe darauf! Sie sagt immer, hätte sie einen Windhund gewollt, dann hätte sie einen .. wie wahr! Nichts gegen Windhunde, aber so ein mageres Ding passt überhaupt nicht zu ihr! Oft wird uns Möpsen auch das lateinische Proverb "multum in parvo" zugeschrieben, "viel in wenig", was richtig gut auf uns zutrifft. Also, für meine Größe biete ich ihr echt viel, das muss ich schon mal hier feststellen! Ein reines Schnäppchen!
Die Verliebtheit der Mopsbesitzer in ihre Möpse kennt keine Grenzen. Manchmal ist mir das direkt peinlich, vor allem wenn sie mich in der Öffentlichkeit knuddelt und abknutscht, womöglich noch vor dem doofen Hanky-lass-dich-anleinen, der mich dann auslacht. Für ihn bin ich das furchteinflössende Wesen, nicht Hund, nicht sonstwas, das ihn furchtbar ankläfft und den Schwanz einziehen lässt. Er denkt vermutlich immer noch darüber nach, was ich nun Schreckliches bin. Da passt Abknutschen nicht dazu. Wann versteht sie das endlich?
"Multum in parvo" gilt für vieles im täglichen Leben: Wir sind gute und beständige Läufer, auch wenn unser Äußeres eher das Gegenteil sagt, echte Lebenskünstler, die überall eine gute Figur machen, wir kleben förmlich am Absatz unserer Besitzer und mit unserem Erscheinen in ihrem Leben ist "Privatsphäre" eher ein Fremdwort geworden. Ja, wir gehen überall mit hin, einfach überall :-) und schnell gewöhnt sich der Mopsbesitzer daran! Das, oder er hat zerkratzte Badezimmertüren!
Wir sind nicht besonders folgsam, wobei ich eine bemerkenswerte Ausnahme bin, meint sie. Ich bringe es einfach nicht übers Herz sie zu enttäuschen wenn sie mich ruft, also düse ich schnellstens heran. Wenn das nicht wäre, würde ich auch nicht hören, muss sie aber nicht wissen. Ich möchte einfach immer dass sie glücklich ist, dafür vergesse ich auch schon mal unseren allseits bekannten und überlieferten Starrsinn. Manchmal, nur manchmal bocke ich noch so ein bisschen, aber es ist zu ihrem besten: Sie hat nicht gesehen, dass unsere liebe Frau Gustav aus dem Fenster guckt und auf uns wartet, so wie mindestens dreimal am Tag und das geht natürlich nicht! Also bocke ich und sie kapiert dann den Grund. Nicht gleich, irgendwann mal, aber was kann ein Mops erwarten? Das menschliche Gehirn muss eine sehr dezimierte Ausgabe des Mopsgehirns sein, ich frage mal ihren Professor bei der nächsten Gelegenheit ...
Kein Hund zu sein hat auch seine Vorteile: Einer von vielen ist, ich darf hier in fast alle Geschäfte mitgehen. Die anderen müssen draußen warten! Sie sagt, sie könnte mich niemals vor einem Geschäft anbinden und komischerweise sagt keiner der Ladenbesitzer in unserem Kiez etwas. Sie lieben mich eben - einen Mops zu lieben ist ganz leicht.
Als ich bei ihr einzog, gehörte sie auch zu den Mopsbesitzern die dachten, ein Mops im Bett? Niemals!!! Naja, es hat ein paar Wochen gedauert, die ich dann geduldig in meinem neuen kuscheligen Hundebett verbrachte, bis zu der denkenswerten Nacht als ich aufstand, vor ihrem Bett auftauchte und sie mich mechanisch im Halbschlaf hoch hievte. Verloren! Seither könnten wir ja eigentlich meine fünf Hundebetten abschaffen, aber tagsüber benütze ich sie dann schon noch manchmal. Sie sagt selbst, leicht gehirngewaschen inzwischen, es gäbe nichts Schöneres als nachts einen Mops im Arm zu halten, auf sein sanftes oder auch manchmal recht lautes Schnarchen zu hören, ihn zu streicheln und dann wieder einzuschlafen .. Einschlafen geht nun nur noch mit Mopsschnarchen als Begleitmusik. Früher hat sie dafür immer klassische Musik hören müssen, so habe ich erfolgreich unsere Energiekosten gesenkt! Mit einem Mops spart man unheimlich viele Haushaltskosten, ein weiterer Vorteil. Die kann man dann wieder im BARF-Laden ausgeben und ganz leicht ein zusätzliches Kilo Hühnerhälse oder so erwerben. Außerdem mögen wir keine warmen Schlafzimmer, also dreht der pflichtbewusste Mopsbesitzer auch im Winter die Heizung ab, damit es Mopsi gut geht. Noch mehr gespart ...
Die Vorteile eines Mopses sind mannigfaltig wie ihr lesen könnt. Sicher habe ich nur die wichtigsten Punkte genannt, es gibt noch viele andere. Zum Beispiel den, dass demnächst "Rote Rosen" anfängt und selbst diese doofe Soap sehen wir gerne, sofern wir im Arm des Mopsbesitzers liegen dürfen ... aaaaaah!
Mopsige Grüße
Carlos Santana