Also, hier bin ich wieder – auf vielfachen Wunsch!
Weihnachten ging vorbei, das Neue Jahr kam und Ostern auch und nix aus ihrer
Feder. Tztztzt!!! Endlich hat sie sich aufgerafft, leiht mir ihre Finger und
schreibt wieder. Man nennt es auch den „Writer’s Block“ denk´ ich, also ´ ne „Schreibblockade“,
warum kann sie nicht einfach Migräne haben so wie alle anderen
Mopsbesitzerinnen auch?
Ich bekam Emails die ich nicht lesen konnte weil unser
verda ..äh, ich meine natürlich ihr
verdammter Laptop still und leise zusammenbrach und alle unsere Daten mit. Es
dauerte `ne Woche bis wir Gewissheit hatten dass sie gerettet werden konnten
und das kostete furchtbar viele Knochen. Spannung .. alle meine Bilder! Alle meine
Kontakte! Alle meine Damen und auch die Herren mit denen ich sonst Mails
austausche. Naja, ich habe niemals behauptet dass „sie“ besonders gut in
technischen Dingen ist. Aber so grottenschlecht?
Und sonst ist auch noch so einiges in meinem Leben
passiert … ich habe eine neue Gefährtin, eine die ich niemals wollte, die mir
aufgezwungen wurde wie so vieles, die mich in der Anfangszeit echt genervt hat
und die ich inzwischen heiß und innig liebe. Die Liebe geht sehr seltsame Wege
…
Das ist sie:
Klein-Lala, unsere Nachbarin, ein Mini-Mops von
inzwischen 8 Monaten, die sich in mein Leben und meine Mopsbetten geschlichen
hat und nun ab und zu mal zu uns kommt
und leider bleibt. Ja gut, ich korrigiere mich: Es ist schön, dass sie manchmal
bleibt. Viel schöner aber ist, wenn sie wieder geht. Es trifft mich gerade ein
vernichtender Blick, aber ich korrigiere mich nicht nochmals! Einmal reicht.
Sie findet meine Kaukiste und mein Spielzeug gut und
leider auch meine Markknochen und Putenhälse, aber inzwischen fresse ich mit
ihr von einem Teller, immerhin soll man Gäste nett und zuvorkommend behandeln
und wenn ich es nicht tue, bleibt nix für mich übrig! Sie lässt mich nicht schlafen und hüpft wie
ein Floh auf mir herum, ein kleines Trampeltier. Aber süß ist sie schon, ganz
ehrlich!
Der Frühling ist endlich da, überall riecht es verlockend
nach Damen und Spaziergänge mit mir, so sagt „sie“, seien mühsam. Worin die
Mühsamkeit liegt kann ich nun nicht erkennen. Eile mit Weile fällt mir da ein
und ein Mopsherr, der etwas auf sich hält, schreitet würdevoll daher und rennt
nicht. Ich liebe meine Gassigänge und von mir aus müssen die niemals aufhören
und können ewig dauern. Das schaffe ich, indem ich einfach mein großes Geschäft
ewig lange hinauszögere und es dann – Stunden später – genau vor der Haustüre verrichte.
„Sie“ meint dann ich manipuliere sie, ich meine, dass ich gar nicht weiß wovon
sie redet. Geschwafel wie immer …
Unsere Hundewiese ist wieder offen und alle sind sie da –
bis auf meine Schäferhundfreundin Lotti, die im Herbst leider in den
Hundehimmel ging. Big Max, mein Molosserfreund, die Bordeauxdogge Tiffy, Unique, Ede, der kleine Kiezraudi und wie sie alle heißen. Nun sitzen wir
wieder abends da und reden und reden, rasen herum und jagen Bällen nach.
Manchmal darf ich mit zur Arbeit gehen, wenn sie dann
geht, denn meistens arbeitet sie von zu Hause aus, was extrem belastend für mich
ist - denn zur Ruhe komme ich dann nicht
wirklich. Ich mag ihre Kollegen und die
mögen mich. Einmal pro Woche gehen wir mit ihnen aus, ich bin natürlich immer
dabei. Es fällt bei diesen Essen meistens was für mich ab, außer wir gehen zum Vietnamesen,
der ist nicht so mein Fall. Am liebsten gehe ich in bayrische Brauhäuser wobei
ich mich frage, warum wir nicht nach Bayern umziehen können? Aber ich bin halt
und bleibe ein Berliner, das hat auch sein Gutes irgendwie, bloß kulinarisch gesehen nicht wirklich!
Also läuft mein Leben seinen beschaulichen Gang, so wie ich es gerne mag, ohne große Aufregungen und Dramen. Nach wie vor sorge ich dafür dass in meinem Kiez alles gesittet und ordentlich abläuft und wehe dem, der sich daneben benimmt! Mein Erzfeind Hanky-lass-dich-anleinen weiß ein Liedchen davon zu bellen, alte Feindschaft rostet nicht und hat auch den Winter überstanden. „Sie“ meint, ich sei hysterisch, ich meine ich bin furchteinflössend und natürlich habe ich Recht! Wer schon einmal einen böse kläffenden Mops gesehen hat, wird diese Erfahrung wohl niemals vergessen. Auf Hanky trifft dies allemal zu.
So, genug für heute. Ich bin auf dem Weg zur Hundewiese,
mal sehen ob meine Kumpels schon da sind? Hanky, zieh den Schwanz ein, ich komme ...
Es grüßt Euch
Mops Carlos Santana
