Alles fliesst - Kieznachrichten
Hallo Arno, Willkommen auf
meinem Blog! Ich liebe große Hunde -naja, bis auf zwei Erzfeinde, die ich seit
Welpenzeiten anbelle - aber sonst habe ich jede Menge Riesenfreunde. Max aus
der Familie der Molosser ist wohl der größte. Er wiegt so um die 60 Kilo und
neben ihm wirke ich wirklich schlank. Einer der Gründe warum ich oft neben ihm
stehe, aber wir wollen nicht über mein Gewicht reden. Es gibt wichtigeres!
Aaaaah, der
Herbst ist da und der Winter kommt. Weihnachten auch! Ich müsste dringend meine
Wunschliste schreiben, mir fällt aber gerade nichts ein. Meine Kaukiste ist gut
gefüllt, meine Spielzeugkiste und mein Napf auch – was will Mops mehr?
Morgens ist
es jetzt ganz schön kalt und ich ziehe meine Kreise mit leicht mürrischem
Gesicht bis dann die Morgensonne auftaucht. Aber es gab schon Tage ohne Sonne,
nicht erbaulich! Unsere Hundewiese wurde geschlossen, nun haben wir keinen
Treffpunkt mehr und ich vermisse meine Freunde.
Manchmal
treffen wir uns im großen Park und rasen gemeinsam mit vielen anderen Hunden
herum. Das Ordnungsamt ist eine ständige Bedrohung, aber bisher ist nix
Schlimmes passiert. Wir Hunde haben in diesem Berlin keine Rechte und sollten
auch nicht in Parks rumrasen. Sehr ungerecht! Also gibt’s abends wieder unsere
Läufe durch den Kiez, wo ich dann die Gelegenheit am Schopf packe und meine
kleine Welt in Ordnung bringe. Hier wird eine Frau angebellt, die
unverschämterweise Tüten schleppt, dort ein unbekannter Hund der anscheinend
noch nicht weiß, dass der Kiez mir gehört.
Der Herbst brachte
auch einige Welpen in unserer Nachbarschaft, naja. Welpen sind ätzend, auch
wenn sie sonst alle süß finden. Sooo anstrengend, was heißt hier süß? Ich
versuche sie zu übersehen, es gelingt nur nicht. Und warum nicht? Weil „sie“
natürlich Welpen auch süüüüüß findet und sie unbedingt knuddeln muss. Da lobe
ich mir meine erwachsenen Freunde, mit denen kann ich wenigstens wirklich
interessante Dinge diskutieren und notfalls auch mal auf Männerart raufen.
Raufen? Naja, sagen wir es mal so: Seit ich erwachsen bin habe ich das Raufen
entdeckt. Man staune! Angefangen hat es auf der Wiese, als Labrador-Teenager
Monty meinen kleinen Plastikball entführte und nicht mehr hergab. Dem habe ich
es aber gezeigt! Seither sind wir aufeinander nicht gut zu sprechen. Nun weiß er was ´ne Harke ist und dass „klein“ nicht gleich „harmlos“
bedeutet. Auch mein alter Erzfeind Joker hat nun Angst vor mir und geht in die Knie,
wenn ich auftrete. Es wurde ja auch Zeit … "sie" konnte es nicht glauben dass ihr süsser, kleiner Mops auch anders kann.
Leider ist
meine alte Schäferhundfreundin Lotti über die Regenbrücke gegangen. Ich bin
sehr traurig. Lotti wurde 13 und ihr Herz war sehr schwach. Manchmal war sie
bei uns und wir lagen dann gemeinsam und total entspannt auf einer Decke. Sie durfte in meiner Kaukiste wühlen und sich
was Schönes aussuchen. Lotti, genieße dein Leben im Regenbogenland.
Wir vermissen Dich, Lotti!
So ändert
sich vieles …
Ich habe eine
neue Freundin, Mopsdame Daysi. Sie wohnt auch in Berlin und wir haben ihre
Dosenöffner im Sommer kennen gelernt, als „sie“ und ich uns vom Shoppen in
einem Café erholten. Manchmal besuchen wir uns gegenseitig, Daysi ist schon so
eine Süße! Ich glaube aber nicht dass ich sie großartig beeindrucken konnte. Leider
… also sind wir nur rein platonisch miteinander befreundet, es scheint mein Los
zu sein. Der ewige Junggesellle!
Daysi’s
Dosenöffner sind gute Fotografen und so haben sie wunderschöne Fotos von mir
gemacht, die ich Euch nicht vorenthalten
möchte. Das sind nun "ihre" Lieblingsfotos von mir, sie hängen sogar an der Wand. Na, bin ich ein stattlicher Mopsmann?
Ansonsten
haben wir ein ruhiges Leben. Ruhig? Naja. Manchmal darf ich mit „ihr“ morgens
zur Arbeit gehen, finde ich immer toll. Sie hat total nette Kollegen, die mich alle lieben und für
die ich das „Instituts-Maskottchen“ bin. Ich rase dann verbotenerweise durch
die Labore und schlittere den langen, rutschigen Gang entlang. Jubel! Vorne Anlauf
nehmen, dann bis zum Ende schlittern … Möpse sind sehr erfinderisch! Alles losgelöst
.. Und dann gibt es noch die Abende, an denen wir mir „ihren“ Kollegen ausgehen. Ich darf immer mit und auch wenn mir das viele Lachen in den Ohren klingt, schön
ist es. Es fällt auch meistens was ab, außerdem
wandere ich von Schoß zu Schoß … sehr erbaulich! Mein Englisch hat sich perfektioniert,
ein kleiner Nebeneffekt aber wichtig für die Kommunikation. Ich habe es läuten hören, dass im Dezember jede
Menge Weihnachtsaktivitäten geplant sind! Oh toll …hoffentlich darf ich mit und
ich trage von mir aus dann auch freiwillig mein Rentiergeweih!
Also harren wir
mal der Dinge, die so auf uns zukommen. Alles ist im Fluss, sagt „sie“ und nichts
bleibt so, wie es einmal war. Wäre ja auch langweilig!
Es grüßt Euch
Euer Mopsfreund
Carlos Santana

