Donnerstag, 21. Juni 2012

Alles ist anders!


Also, hier bin ich wieder! Nach endloser Zeit hat meine Tippse sich bereit erklärt, wieder zu schreiben. Da kann man mal sehen, wie abhängig ich von ihr bin. Gut und schlecht .. aber sie kann sich auch auf  mich verlassen, wie Ihr gleich lesen werdet!

Beschäftigte Monate liegen hinter uns. Ostern war toll, dieses Jahr habe ich meine Ostereier entweder im Garten der Pilsberger-Meute gelegt oder auf der Burg! Es war das schönste Osterfest das ich jemals hatte. Alle Kumpels waren da und Bora auch. In dieser Woche habe ich vor Aufregung nichts gefressen und damit 1 kg abgenommen. Jaja, sie haben mich sogar heimlich gewogen als meine Mama mal kurz verschwunden war, aber das Lachen ist ihnen im Hals stecken geblieben: Ich bin dünn! Viel dünner als sie dachten …

Dann haben wir in unserem beschaulichen Kiez einen neuen Treffpunkt gefunden, ein Gelände auf dem eine alte, verfallene Schule steht. Ein richtiger Abenteuerspielplatz mit Sandkasten, hohen Bäumen und Wiesen. Dort treffe ich jeden Tag meine Kiezkumpels.“Sie“ trifft deren Dosenöffner zum Quatschen, also haben wir beide was davon. Samstag und Sonntag – oh Graus! – gibt’s dort um 9 Uhr Kaffee und Leckerli. Alle sind da: Meine geliebte Freundin Tiffy, die Bordeauxdogge, Kiezlümmel Ede, ein französischer Bullyjüngling, Lotti die alte Schäferhündin, Unique und Lola, Amber und Pepper … und gemeinsam rasen wir dann rum. Sehr erbaulich! Mein Dackelharem Emmi und Lottchen kommen auch vorbei, inzwischen lieben sie mich. Das hat vielleicht Arbeit gekostet .. Dackel sind komisch!



Und dann hat sich noch was geändert, mein Tagesablauf nämlich. Vorbei sind die gemütlichen Zeiten als ich bis um 11 Uhr in die Kissen gewühlt leise seufzend schlief.

Seit ewigen Zeiten liegt sie mir in den Ohren, dass sie einen neuen Job möchte. Einen, der sie befriedigt und glücklich macht. Mache ich sie nicht glücklich, was soll das Geheule? Aber Weiber .. äh, ich meine Frauen sind echt komisch. Tja, dachte ich, ohne mein Eingreifen klappt das nicht und somit habe ich mir quasi mein eigenes Grab geschaufelt, die pure Gutmütigkeit mal wieder …

Ich fand im Internet ´ne Ausschreibung in der Forschung. Das wäre doch was, das wollte sie immer! Habe den Professor dort in einer ungestörten Minute angerufen und wir kamen überein dass sie sich vorstellen sollte. Hat sie dann gemacht, sie blieb ewige Zeiten weg und kam total glücklich nach Hause. Aha, es hat geklappt!

Auweia. Was wird nun aus mir? Glücklicherweise arbeitet sie nur morgens in dem Institut in dem sie alles über das Gehirn erforschen, das könnte für mich mit der Zeit auch mal gefährlich werden! Nachmittags erledigt sie den Rest zu Hause.

Endlich, so dachte ich mir, habe ich mal Zeit für mich selbst, kann morgens in aller Ruhe pennen, werde nicht ständig geknutscht oder gestreichelt, gefragt ob ich einen Knochen möchte oder etwa Gassi? Ein Mopsmann muss auch mal alleine sein, meine Rede …

Aber es kam ganz anders!

Erst mal soll ich mitarbeiten und demnächst mit ins Institut gehen. Na, prima – einen Arbeitstag habe ich mir nicht vorgestellt. „Sie“ sagt dass ihre Kollegen alle sehr nett seien und aus allen Herren Länder, was immer das bedeutet. Außerdem würden sie Möpse lieben und sich auf mich freuen. Auweia …

Dann hat sie mich in der Hunde-Kita angemeldet damit es mir des Morgens zu Hause allein nicht langweilig wird. Neeeeeiiiin!!! So war das nicht gedacht, aber schon zu spät. Also trabe ich nun einige Morgen in der Woche zu Ursel um die Ecke. Dort warten schon Emmi und Lenchen auf mich – und manchmal auch Amber und Pepper. Wir veranstalten das wahre Chaos, aber Ursel stört es nicht und mittags gibt’s Hausmannskost, höchstpersönlich von Ursel für uns zubereitet. Hmmmm .. dumm ist nur, dass mir die wieder von meinem täglichen Kalorienbedarf abgezogen wird oder was „sie“ so meint, was mein Kalorienbedarf sei. Sehr ungerecht!

Das allerschlimmste aber ist dass wir nun um 5 Uhr morgens eine Stunde in den Park traben! Vollkommen unnötig natürlich und kein Bocken hilft. Total verschlafen lasse ich mich anleinen und los geht’s. Logischerweise sind weit und breit um diese Uhrzeit keine Kumpels zu sehen, nur ein paar abgezehrte Jogger die wir schon kennen. Aber bei schönem Wetter ist es richtig toll über die Wiesen zu düsen, zugeben würde ich das aber nie.

Wo sind die total gemütlichen Zeiten hin, als ich kein Programm hatte, zu mindestens nicht morgens? *seufz* Nun fehlt nur noch, dass sie mich zum Musikunterreicht anmeldet.

An manchen Morgen allerdings habe ich echtes Glück. Keine Verpflichtungen, ich darf alleine zu Hause bleiben. Aaaaaaah .. wenn sie weg ist, von mir mit einem wehleidigen Gesichtsausdruck verabschiedet der sie verunsichern soll und es auch tut, lege ich mich erst mal wieder hin. Meistens kopfüber in eines meiner Hundebetten, endlich Ruhe .. Zeit zum ungestörten Nachdenken über meine Biographie die ich zu schreiben gedenke. Und da war doch noch meine Doktorarbeit? Wenn sie dann heimkommt, muss sie mich meistens wecken. Das ist mir dann peinlich aber manchmal schaffe ich es auch, Sekunden bevor die Tür aufgeht vollkommen alleine und verlassen in einer Küchenecke zu sitzen, ein Bild des Jammers, der arme verlassene Mops. Und sie fällt jedes Mal darauf rein …

Hauptsache sie ist glücklich, sage ich mir.

Es grüßt Euch

Euer vollkommen uneigennütziger Carlos S.