Ich bin derzeit schwer beschäftigt! Auch diesen Bericht schreibe ich mitten in der Nacht, sonst bleibt mir keine Zeit mehr für meine Hobbies, sehr lamentabel! Gerade komme ich von meinem letzten Gassi des Tages zurück, klar regnet es in Strömen. Also, gleich Ringelschwänzchen nach unten, womit ich mein Missfallen ausdrücke oder aber ein generelles Unwohlsein, Frust und Ärger. Gleichzeitig ist das Hängen des Mopsschwänzchens aber auch eine formidable Möglichkeit, „ihr“ meinen Willen aufzudrücken ohne dass sie es merkt.
Womit wir gleich beim Thema sind: Ich schreibe derzeit meine Doktorarbeit, drei Seiten habe ich schon. Sicherlich nicht viel, aber vor der Doktorarbeit habe ich zwei Jahre mit dem intensiven Studium gewisser Mops-Situationen verbracht. Hoffentlich erkennt dies mein Doktorvater an, man weiß nicht so richtig bei solchen Uni-Typen! Diejenigen, die ich kenne sind alle sehr seltsam!
Seit ich im zarten Mopsalter von vier Monaten in unsere WG gezogen bin, beschäftigt mich dieses Thema. Sicherlich habe ich mit der Zeit diverse Möglichkeiten entdeckt, „sie“ auszutricksen. Nicht schön, aber notwendig – denn nicht immer bricht sie zusammen und tut genau das, was ich will. Manchmal wehrt sie sich …
Bocken läuft nun gar nicht mehr, seit wir diesen Kurs bei der wunderbaren Maike Nowak belegt hatten. Ihr erinnert Euch, meine geliebte Hundeflüsterin. Irgendwie hat Maike „ihr“ so einen Ton beigebracht, der mir durch und durch geht, mein Schwänzchen hängen und mich weiter laufen lässt, obwohl ich es nicht will. Reine Parapsychologie, ich bin davon überzeugt.
Also, Zeit zurück zu schlagen! Ich sehe sonst meine Position als Mann im Hause als ernsthaft gefährdet an und das nützt gar niemandem! Meine intensiven Studien, wie erwähnt, kamen zu dem Ergebnis dass mein Ringelschwänzchen, Barometer meines Mopsbefindens, eine riesige Rolle dabei spielt. „Rolle“ *lach* - wie sinnig!
Normalerweise spaziere ich happy daher, mein Posthorn ordentlich auf dem Hinterteil aufgewickelt, ein Bild des Stolzes für „sie“ und mich. Aber wehe, lass etwas passieren dass mir gegen den Strich geht! Sofort hängt mein Posthorn kläglich, was natürlich sehr auffällig ist. Denn wer hat schon mal einen Mops ohne aufgewickeltes Posthorn gesehen?
Es tut seine Wirkung: Sofort ist „sie“ alarmiert. „Oh jeh, er hat was“ kennen wir ja schon. Ja, er hat was. Er mag Regen nicht! Oder Fisch! Oder Gemüse .. tausend und eine Möglichkeit des aktiven Widerstandes tun sich mir auf. Mops muss nur genügend Fantasie haben …
Das Regending läuft so ab: Es regnet. „Sie“ denkt, ich muss mal aber das ist ein Irrtum, ich warte lieber bis morgen Früh. Oder stürze um 4 Uhr morgens raus, logischerweise „sie“ am anderen Ende der Leine, im Schlafanzug mit Mantel drüber und Hut. Ich laufe ganz genau bis zur Haustüre und mein inneres Wetterbarometer sagt mir: Es regnet! Also trägt sie mich auf die Straße und da stehen wir. Ich laufe, wenn überhaupt, nahe an den Hauswänden, sie kann ja nass werden, ich nicht! Außerdem hasse ich meinen Regenmantel, er macht mich dick. Wir kommen am Ende der Straße an, plötzlich muss ich nicht mehr! Ein Wunder! Aber da wir gerade unterwegs sind und der Regen ja nicht soooo schlimm ist, laufen wir weiter. Ach, so eine Regennacht hat schon was. Friedlich, einsam und dunkel. So ein bisschen spooky, was mir dann die Gelegenheit bietet mein natürliches Misstrauen durch wildes Bellen auszudrücken. Sie hält mir die Schnauze zu, ein Eingriff in meine Mopswürde, einer von vielen!
Nach dem vierten Schlenker um den Block hat „sie“ dann endlich genug. Ich habe mich mal wieder durchgesetzt, habe ihren Willen gebrochen und das auch noch mitten in der Nacht! Um „sie“ zufriedenzustellen mache ich das gewünschte Geschäft genau vor unserer Haustüre. Sozusagen im allerletzten Moment. Alles Taktik! Hoffentlich hat sie meine Kacktüten dabei! Ich kenne sie, naja und ausserdem sind mir die guten Beziehungen zur Nachbarschaft sehr wichtig.
Und so seht Ihr, es wirkt! Reine Parapsychologie, Resultat meiner zweijährigen Studien! Zu Hause kann ich ja dann mein Ringelschwänzchen wieder wie üblich aufwickeln ...
Liebe Grüsse sendet Euch
Carlos Santana