Freitag, 10. Februar 2012

Ich bin ein Märtyrer!

Schon lange  muss ich darüber nachdenken dass ich ja eigentlich alle Qualitäten aufweise, die man einem Martyrer zuschreibt. Wenn ich nur daran denke wie selbstlos, lieb und fleissig ich bin, wie liebenswert und pflegeleicht. Angemessen gewürdigt wird dies selbstverständlich nicht, na gut, das eine oder andere Leckerli, hier und da eine mickrige Hühnerbrust, ein Putenhals der meiner Ansicht nach grösser als die angebotenen von einem halben Kilo sein könnte und ab und zu mal ein Knochen. Jämmerlich ...auch die vielen Streicheleinheiten, ich halte still weil ich "sie"  nicht beleidigen will.

Aber wer wird sich beschweren? Ich sicherlich nicht!

Nein, wie alle Möpse mache ich das beste aus meinem Elend, bin immer fröhlich und gut gelaunt, bringe "sie" zum Lachen, ganz Mopsclown und bin darauf bedacht, unser in meinen Augen schon manchmal schwieriges Verhältnis locker und leicht zu halten. Puuuh ...

Man muss "ihr" zu Gute halten, dass sie mich abgöttisch liebt, was ja sehr verständlich ist. So eine Liebe ufert eben öfters aus, auch dafür habe ich alles Verständnis der Welt. Ich bemühe mich, "sie" vollkommen enthusiastisch zu begrüssen wenn sie mal wieder einkaufen war und mir schon wieder einen Knochen mitbringt *seufz*. Offensichtlich wird von mir erwartet dass ich diesen total begeistert in meinem Mäulchen durch die Gegend schleife, ihn abnage und dann landet er in der Biotonne. Hier muss ich Abschiedsgefühle heucheln, dabei ist mir so ein alter Knochen, noch dazu abgenagt einfach total egal. Was tut man nicht alles für seine Mitbewohnerin, der man grosszügig Unterkunft und Unterhaltung bietet, lange gesunde Spaziergänge und damit frische Luft, der man Beistand in kritischen Situationen leistet, Liebe und Aufmerksamkeit gibt!

Das ätzende an der Sache ist, dass ich sogar meine Pflichten im Haushalt ohne zu Murren wahrnehme, immer mit einem lockeren Bellen auf den Mopslippen, immer vergnügt und niemals frustriert. Manchmal bin ich total erschöpft, auch wenn meine Passion das Verfolgen des Staubwedels ist, das Anbellen des Staubsaugers in Aktion und ich selbstverständlich bezweifle, dass die Haare im Staubsaugerbeutel von mir sein könnten! Niemals! Auch wieder so eine Finte, nur um zu beweisen dass ich nicht perfekt bin! Ich haare nicht, so wie alle Möpse ...

Schlimm wird es, wenn ich mich um die Wäsche kümmern muss. Eine endlose, ständige Belastung meines schon sehr anstrengenden Mopslebens mit Tausenden von Aufgaben und Plichten! Ja, so was nennt man Märtyrerleben, bestimmt gebt Ihr mir Recht!

Und als Beweis hier ein Foto, das mich beim Aussortieren der Schmutzwäsche zeigt:



Seht Ihr was ich  meine?

Erschöpfte Grüsse von Eurem Mopsfreund

Carlos Santana