Samstag, 15. Februar 2014

Nomen est Omen oder: Wie ich zu meinem Namen kam

Namen sind wichtig; sie charakterisieren eine Person oder auch einen kleinen Mops, wobei ich finde dass Möpse auch Personen sind, oder aber Charaktere. Ich auf jeden Fall, also bitte! Ich habe mich neulich daran erinnert, wie ich als kleiner Mopswelpe von drei Monaten die WG mit meiner Liebsten gründete. Es ist schon ein paar Jährchen her, aber immer wieder muss ich mich an diesen denkenswerten Tag erinnern.

Damals hatte ich noch einen anderen Vornamen, aber der ist mir entfallen. „Namen sind Schall und Rauch“ könnte man da sagen. Schließlich ändern auch die Päpste ihre Namen, wenn sie ins Amt kommen. Bei einem kleinen Mops kann es sehr ähnlich sein!

An meinem ersten Tag in unserer WG hatte ich also noch meinen alten Namen, auf den ich hörte, aber so ganz zufrieden war ich damit nicht. Sie auch nicht. Sie sah mich kritisch an, legte eine Liste mit Lieblingsnamen an und dann überlegte sie. Ein etwas längerer Prozess, schon damals dachte ich, wo bleibt da die Spontanität? Aber ich will sie mal nicht weiter kritisieren.

Sie probierte einige der Namen an mir aus, indem sie diese rief und ich entweder reagierte oder auch nicht. Reagieren tat ich nur bei zwei Namen: Oscar und Carlos, zufälligerweise waren dies auch die Favoriten auf ihrer Liste. Schon damals waren wir das ideale Paar, eines Geistes und uns schrecklich ähnlich, nur wussten wir es noch nicht …

„Oscar“ nach Oscar Wilde, meine Güte! Ich habe mir ein Bild dieses Herrn angesehen, naja:


Das einzige, was wir gemeinsam haben ist unsere Liebe zur Literatur, die sich bei mir erst allmählich, aber dann umso durchschlagender entwickelte und der Hang zu einem gewissen dandyhaften Auftreten.  Meine Klamotten sind mir unheimlich wichtig, allzeit adrett, modisch und eben wie ein Dandy!

Da lag mir „Carlos“ nach Carlos Santana schon mehr: Ein begnadeter Gitarrist, der auch beim Woodstock Festival auftrat – dem damaligen Mekka der Hippiebewegung.


Das hätte mir auch gefallen! Blumen im Haar, ein Bierchen in der Pfote und ansonsten Chillen und Abhängen und netten Mädels nachschauen - etwas, was mir verwehrt wurde, aber man weiß ja nun nicht was die Zukunft bringen mag. Ich übe schon mal …

Und seither heiße ich Carlos Santana, ein Name zu dem ich stehe und der zu mir total passt. 

Denn ich liebe die Musik fast noch mehr als die Literatur. Sie ist mein ständiger Begleiter und –manchmal, sehr zu ihrem Leidwesen – reagiere ich darauf mit einem Temperamentsausbruch, je nachdem in welche Richtung die Musik geht.

Rock ´n Roll und ähnliches: Juhu!
Klassik: Wunderbar! Solange es keine Klavierkonzerte sind, denn die machen mich ganz wuschig.

Das wäre dann die Positiv-Liste.

Dann gibt’s noch so ne Negativ-Liste, also: Akkordeon niemals! Ich erinnere mich an den netten, älteren Herrn den wir mal in einer U-Bahnstation trafen. Er sah ein bisschen komisch aus, saß auf dem Boden und spielte Akkordeon. Ich hörte ihn schon als wir aus der U-Bahn ausstiegen und fing gleich an zu randalieren. Je näher wir ihm kamen, umso schlimmer wurde es und sie musste mich auf den Arm nehmen. Ich spuckte und bellte und wollte mich auf dieses verdammte Akkordeon stürzen. Dieses prägende Erlebnis hält an, man kann sich mit mir einfach nicht in die Nähe eines Akkordeons wagen. 

Schlager und Rap: Mittlerer Alarm! Aber ein mittlerer Alarm kann in meinem Fall auch ganz schön heftig sein, je nach Tagesform.

Opern: Höchster Alarm! Gefühlsausbrüche jeder Art, auch gesungene, rufen etwas in mir hervor, was ich nicht wirklich definieren kann. 

Dann gibt es noch grenzwertiges, z.B. wenn ich bereits im Halbschlaf noch fernsehe oder dabei aus Langweile eingeschlafen bin, soll ja vorkommen. Plötzlich schrecke ich dann laut bellend hoch, wenn mal wieder untermalende Musik auf dem Programm steht, also bei sich andeutenden Katastrophen oder eben besagte Gefühlsausbrüche und allzu Menschlichem.

Eigentlich könnte man als Fazit sagen, dass man oder frau mit mir gefahrlos nur die Tagesschau ansehen kann, wobei deren Eingangsmusik .. naja. Für Mopsohren nicht gerade geeignet, aber ich denke dass dies niemanden bei der ARD stören wird. Möpse zahlen ja nur indirekt Rundfunkgebühren, die ihnen ungerechterweise vom Fressi abgezogen werden, ohne dass sich PETA empört. Ob die ARD das wohl weiß? 


Es grüßt euch 
Euer Mopsfreund Carlos Santana