Die in Berlin überall grassierende Grippe hat uns erwischt! Seit Tagen
ist „sie“ so richtig krank und wie alle Kranken irgendwie schwierig. Finde ich
jedenfalls! Aber auch das wird hoffentlich vorbei gehen. Ich leide stumm
vor mich hin, außer kurzen Gassis gibt es gar keine und die füllen einen
richtigen Kiezmops nicht aus. Also habe ich aus Langweile ihre
Lieblingsboots angeknabbert und dazu
noch ihre Lieblingsleggings geliefert, wie sie sagt. Geliefert? Wohin
geliefert? Ich habe nur die Beine etwas gekürzt, ich finde sie sehen schöner
aus wenn sie ausgefranst kurz über ihren Knien enden. Aber hier sind wir mal
wieder gegenteiliger Meinung, wie so oft.
Außer meiner Tätigkeit als
Stardesigner, ganz so wie mein Idol Guido Maria Kretschmar habe ich nicht viel
in dieser Woche gemacht. Sie meinte, es reiche ja schon was ich gemacht hätte.
Naja – sie hat noch 10 andere Boots im Kleiderschrank, in allen Farben – bloß
nicht in Schwarz. Die schwarzen sind nun auch „geliefert“, muss sie halt die
roten, goldfarbigen oder die silbernen anziehen. Ein bisschen Phantasie würde
ihr gut stehen, finde ich …und mal eine andere Farbe als Schwarz. Also was soll das Gezetere über schwarze Boots und komische Leggings, die waren sowieso zu lang.
Aber sonst habe ich mich bemüht,
ein wirklich lieber Mops zu sein und ihr in ihrem Grippeelend beizustehen. Das
kann ich gut, ich bin der ideale Krankenpfleger und kuschele mich sehr sanft an
sie heran und tröste sie. Einige Tage, als es ihr richtig schlecht ging verbrachte ich teilweise bei Ursel mit
den goldenen Händen und ließ mich mit Hausmannskost verwöhnen. Ich raste mit
Freund Lucky herum und auch mit einigen anderen Freunden auf der Wiese. Dann lief ich aber mit Ursel ganz freudig nach Hause, denn ich habe "sie" vermisst und sie mich auch. Sie nahm mich auf den Arm, knuddelte und knutschte mich und so waren wir wieder vereint.
Pekinesenfreund Max hatte einen
Streit mit Emma, der alten Hündin. Sie ist immer total nett zu mir und ich mag
sie wirklich. Aber der freche kleine Max hat sie in den Hintern gezwickt, als
seine Dosenöffnerin mal einen Moment abgelenkt war und sich die günstige Gelegenheit
ergab. Emma fand das gar nicht lustig
und hat Max ganz schön vermöbelt. Der ist daraufhin laut klagend über den Platz
gelaufen und musste eingefangen werden. Nun muss man wissen dass Max wirklich
klein ist, das imponierendste an ihm ist eigentlich sein Wuschelschwanz, den er
immer hoch aufgerichtet trägt, ein stolzer Pekinesenmann eben. Als wir nach dem
Kampf mit ihm nach Hause liefen, war sein Ego ganz schwer angeknackst und er
zog seinen Schwanz hinter sich her – ist irgendwie so ähnlich wie wenn ich mein
Ringelschwänzchen hängen lasse, also ich verstehe Max! Aber er hat sich erholt
und muss nun immer an der Leine gehen, sehr ungerecht! Um Emma macht er jetzt
einen Bogen!
Wir feierten Neujahr in meinem
italienischen Lieblingslokal mit unseren Kollegen und es war ein wirklich
toller Abend. Es fiel ganz schön was für mich ab, aber eigentlich mag ich dort
am liebsten die Oliven. Grün müssen die sein, ohne Stein und mit ein bisschen
eingelegtem Paprika. Hmmmm … Kurt, unser Lieblingskellner weiß das und ich
bekomme immer mein eigenes kleines Schälchen mit Oliven.
Dann meint sie, ich sei manchmal
sehr schwierig, wenn nicht geradezu unfreundlich im Umgang mit Fremden. Tja,
ich suche mir meine Freunde gerne aus und lasse mich nicht von Hinz und Kunz
streicheln. Wenn es passiert und jemand von mir total begeistert ist, den ich
nicht kenne dann setze ich mein „böses“ Gesicht auf und verweigere jede
Sympathiebekundung. Genauso wie ich nicht automatisch mit jedem Kumpel spiele,
wo würden wir denn da hinkommen? So ganz genau weiß ich nicht, warum ich gerne
mit dem Einen spiele und rumrase und den Anderen nicht beachte. „Sie“ kennt
meine Auswahlkriterien auch nicht, die sind eher privat und intim und ich werde
sie nicht freiwillig aufklären. Meine Mopslippen bleiben versiegelt. Aber mit „unfreundlich“
hat das gar nix zu tun!
Achja, nun haben wir die kleine Nele bei uns im Kiez, ein schwarzes
Labradorbaby das mich liebt und ganz verrückt nach mir ist. Leider begegnen wir
ihr ständig, ich versuche mich dann hinter meiner Mama zu verstecken, was aber
niemals klappt. Stoisch lasse ich Neles Liebeserklärungen über mich
ergehen, so was von lästig. Gestern hat sie sich sogar in meinem Lieblingspulli fest gebissen, glaubt man es? Sie ist schon etwas größer als ich, aber Größe sagt ja
niemals was aus, finde ich. Es kommt auf ganz andere Dinge an .. Nunja, auch
sie wird erwachsen werden, ein Zustand den ich jeden Tag herbei sehne. Bis
dahin verstecke ich mich auf dem Schoss meiner Mama, mein Zufluchtsort.
Welpen - ein Alptraum!
Das Wetter ist auch nicht gerade
toll, viel lieber wäre mir Schnee als Regen. Schnee und Sonnenschein und ein
paar nette Kumpels, mit denen ich herum toben kann.
Aber es nützt ja alles nichts, ich muss mich fertig machen, wir gehen Shoppen. Allerdings wird es ein Shopping Trip ganz alleine für mich - erst besuchen wir einen Laden für Mopskleidung, dort hat "sie" für mich einen neuen Pulli bestellt. Er ist rot und damit werde ich wie ein Marienkäfer aussehen! Er hat nämlich auf dem Rücken schwarze Punkte und die Kapuze, naja, hat kleine Fühler wie besagter Käfer. Auweia, hoffentlich habe ich ein Mitspracherecht wenn der Pulli mir nicht gefällt! Ich werde zum Gespött der Kumpels auf der Wiese werden, aber wenn "sie" den Pulli unbedingt haben will, dann soll es so sein. Das nenne ich Liebe ...
Und dann müssen wir mein Fleisch kaufen, damit ich wieder was zwischen die Kiemen bekomme, wie sie sagt. Hmmmm! Mein Lieblingsshop! Na, denn ...
Es grüßt euch
euer Mopsfreund Carlos Santana
