Samstag, 17. August 2013

Der Hundehasser


Also, diese Woche war mops-easy! Wir hatten nämlich ein paar Tage Urlaub und so genossen wir diese. Ausschlafen, Mittagsschläfchen, abends Ausgehen, naja und ein total unnötiger Shoppingtrip. Alles eben –mit Einschränkungen - was einem Mops gefällt. Hundewiese, Biergarten ..

Biergarten? Ich hasse Hundehasser obwohl ich –irgendwo bestimmt wissenschaftlich nachgewiesen - kein Hund bin! Wir verabredeten uns mit Welsh-Terrier-Baby Moritz und seinem Dosenöffner im schwäbischen Biergarten. Das Baby kennen wir noch als es winzig war, inzwischen hat Moritz wirklich Dimensionen angenommen die einfach erschreckend sind. Vor nicht allzu langer Zeit musste er zu  mir hochschauen, nun ist es andersrum.

Wir ergatterten noch einen winzigen Zweiertisch im Biergarten, es war so heiß und wir waren schon Stunden, so scheint es, unterwegs. Shoppen, aaarg! Aber auch das bringt ein Mops mit Stil hinter sich, es passiert ja nicht so oft. GsD teile ich meine friedliche WG mit jemandem, der Shoppen hasst. Das einzig bemerkenswerte Vorkommnis auf unserer Shoppingtour war, dass mir ein mitleidiger Wirt, in dessen Garten wir uns mal kurz ausruhten eine Bulette spendierte. Das kommt selten genug vor, man kennt ja die Einstellung meiner WG-Partnerin was artgerechtes Fressi betrifft.





Also, der Biergarten. Kaum da, wurde ein kleiner Tisch neben uns frei und ein Klotz von einem Mann setzte sich hin. Er nörgelte herum von wegen irgendwelcher blöden Tölen, die sich unglaublicher Weise auch im Biergarten breit machten und somit war meine Mami schon mal empört!

Unser Fressi äh Essen kam, diesmal Maultaschen auf Salat mit Fleischfüllung, „sie“ lernt dazu, sehr löblich! Sollen sie halt ihre ethnischen kulinarischen Freuden auch in der Diaspora haben! Es geht nichts über fleischige Maultaschen, schön kross gebraten. Meine ganz persönliche Meinung, da ich ja gezwungener Weise mit einer Schwäbin zusammen lebe -  und den Salat können sie den Hasen geben!

Moritz ist eben ein Baby, er weiß noch nicht wie sich ein erwachsener Hund im Biergarten benimmt, nämlich allzeit integer, gefasst und darauf bedacht, möglichst viele Streicheleinheiten von den Nebentischen und Maultaschen zu ergattern, besser wäre allerdings Schweinebraten.

Der Klotz am Nebentisch, inzwischen mit Partnerin die auch nicht besonders sympathisch aussah und Hunde ebenfalls hasste, fing an zu essen. Moritz, im Überschwung seiner wenigen Monate nahm Anlauf und landete auf dem Schoß des Hundehassers. Eine wirklich sportliche Leitung, da er ja an der kurzen Leine war .. er rutschte langsam ab und kam wieder auf die Beine, aber wie peinlich *lach*!

Tja, egal wie jung wir sind, wir Hunde fühlen instinktiv wenn uns jemand nicht mag! Oder wenn dieser jemand den besagten Schweinebraten isst.

Es gab eine kleine, aber extrem bösartige Diskussion und unsere beiden Dosenöffner lachten so ein bisschen verstohlen.  Da kam die nächste Herausforderung an – mein Erzfeind Monty, der mich schon mehrmals gebissen hat und bei dessen Anblick, naja .. ich jegliche Erziehung und Contenance verliere.  

Wir begrüßten dann Monty auch mit einem Riesengebell, Moritz mag ihn auch nicht. Am Nebentisch gab es entsprechende Kommentare. Au Backe.

Monty bellte uns immer mal wieder aus der Entfernung an, wir in gemeinsam gefühlter Abneigung zurück. Da war es dann auch Zeit zu gehen, leider ging Monty genau zur gleichen Zeit und es gab ein Riesengerangel, Moritz und ich blieben aber die Sieger.

Wir wurden mit dem guten Rat vom feindlichen Nebentisch verabschiedet, doch mal den Besuch einer Hundeschule für unsere blöden Tölen in Erwägung zu ziehen – was meine Mami damit konterte, vorher sollten sich gewisse Leute den Besuch einer Benimmschule reinziehen. Haha, wir hatten das letzte Wort … so wie immer eigentlich!

Und gestern besuchten wie unseren TA, Opa Krause. Er machte ein neues EKG von mir, das leider nicht so gut ausfiel. Meine Mami weinte. Aber Opa Krause hat gesagt, dass ich mit meinem Medikament noch ganz alt werden kann. Wichtig wäre, dass ich Aufregung und Überlastung vermeide, viel laufe und artgerecht ernährt werde. Opa Krause ist so lieb. Ich stand während des EKGs ganz ruhig da, ich weiß ja, er ist da um mir zu helfen und ich mag ihn so sehr. Er mich auch.

Kaum hatten wir die Praxis verlassen, kam eine Pferdekutsche des Weges. Pferde? Zusammen mit Akkordeons sind sie für mich das allerschlimmste. Also regte ich mich schrecklich auf, mitten im Stadtzentrum, bellte, spuckte und stampfte mit meinen Mopsbeinen auf.

So krank kann ich eigentlich nicht sein, oder?

Liebe Grüße von Eurem Mopsfreund

Carlos Santana